Eines Physikers

Denkweise

 

 

von Bruno Wöhl

 

Inhalt:

Vorwort

Einleitung

Unser geistiges Rüstzeug

Kosmos contra Mathematik

Der menschliche Erfassungsbereich

Vom Identifizieren und Werten

Verschiedene Wertungsarten

Das Relative und das Absolute

Die polarisierte Wertung

Die 9Oo-Wertung am rechtwinkligen Dreieck

Räumliche Wertungen

Über die Erreichbarkeit der Wertungsextreme

Die Ablaufverfolgung

Einflüsse auf Erkenntnisse

Überlegungen zur Erkenntnistheorie

Die Frage der Gleichwertigkeit verschiedener Möglichkeiten

Naturgesetzlichkeit und Tautologie

Die Rolle der Mathematik

Symmetrie und Parität

Unsere wichtigsten Hilfen

Praktisches Wertungsdenken

Die Löcherleitung

Die Polarisierung der Raumfüllung

Physikalische Begriffsdefinitionen

Die Anschaulichkeit des Kraftbegriffs

Rotation - Wirbel - Welle - Korpuskel

Physikalische Modellvorstellungen

Unmittelbare und entlehnte Modelle

Strömungsmodelle

Strömung und Welle

Das Wellenmodell

Das Garnrollenmodell

Das Korpuskelmodell

Die Kraftübertragung

Die Welleninterferenz

Die Variante des 3.Kepler-Gesetzes

Die Titus-Bode-Reihe

Der Welthintergrund

Die Ätherwindversuche

Merkwürdigkeiten

Der Raum

Masse und Trägheit

Kein Medium für die elektromagnetischen Wellen?

Der Geist

Folgerungen

Universum, Schöpfung

Das Denken der Philosophen  und Physiker über Gott

Das Realitätsproblem

Zusammenfassung

Ausblick

Schlußwort

 

 

 

 

Vorwort


Es hieße, Eulen nach Athen tragen, wenn man dem umfangreichen allgemeinverständlichen Schrifttum über unser physikalisches Weltbild noch etwas hinzufügen wollte. Immerhin wäre es aber doch in Einsteins Sinne zu helfen, "unbegründete Vorurteile", wie er es ausdrückte, abzubauen. Das betrifft vor allem die herkömmliche Etwas—im—Nichtsvorstellung. Gemeint ist damit die offenbar nicht auszumerzende Unterstellung, daß das, was allgemein als Universum bezeichnet wird, die urstoffliche Schöpfung eines endlichen Etwas in einem unendlichen extremen Nichts sein müsse. Die folgenden Überlegungen mögen zur Klärung beitragen, wenngleich eine abschließende Aussage, die jeder Kritik standzuhalten vermag, nicht erwartet werden kann. Auch weiterhin wird sich jeder sein ureigenes physikalisches Weltbild erarbeiten müssen. Ausführungen wie diese können und sollen nur — vielleicht hilfreiche — Denkanstöße geben.
 
 
 
 

5.Ausgabe im Januar 1994
 
 
 
 

Bruno Wöhl
 
 
 
 
 

Einleitung

Wenn ein Physiker durch seine Versuche an die Natur Fragen stellt und Antworten erhält, geht es ihm darum, diese in das organisch gewachsene Weltbild einzuordnen. Er möchte rein abstrakt denken und sich nach Möglichkeit wenig mit Modellvorstellungen aus seiner größenordnungsmäßig nahen Umwelt belasten. Doch dies schafft er nicht. Ohne ein Minimum an Modellvorstellung geht es nicht. Macht er nun eine Aussage über seine gewonnene Erkenntnis, so erinnert er sich an die Philosophie. Er kann keine Aussage machen, die extrem jeder Kritik standhält. Aber auch die Kritik selbst ist nicht kritikbeständig, ebenso wenig wie jede folgende Kritik. In logischer Konsequenz müßte der Physiker resigniert aufgeben, weil er fast keine Chance hat, ein physikalisches Weltbild, das jeder Kritik standhält, zu entwerfen.

Auch noch andere Denker außer dem Physiker bemühen sich um ihr Weltbild. Philosophen gelten als besonders scharfsinnig, mußten aber schon mehrfach wegen neuer physikalischer Fakten umdenken. Mathematiker denken besonders logisch, sehen aber die Umwelt nach allzu extremen Prinzipien, sind demnach auch nicht voll an die Realität angepaßt. Laien sind wenigstens nicht fachblind. Die meisten Menschen versuchen, sich ihr ureigenes Weltbild zu erarbeiten, obwohl die extrem richtige Weltbildversion wohl nicht gefunden werden kann. Alle Menschen denken unterschiedlich. Sie setzen oft voneinander abweichende Prioritäten. Entscheidend ist, daß trotz vorprogrammierten Mißerfolgs niemand im Ringen um das optimale Weltbild aufgibt, schon gar nicht der Physiker.

Mit keinem Buch kann man eine erhabene Lehre über das physikalische Weltbild verbreiten, sondern man kann nur mit dem Zusammenfügen gewonnener Erkenntnisse Denkanstöße geben. Auch mit dieser kleinen Schrift werden nur bekannte Probleme zur Diskussion gestellt. Allerdings werden auch eigene Gedanken des Verfassers eingeflochten, die dem, der sucht, nützlich sein können, oder ihn zum Widerspruch reizen. Auch das würde der Verfasser als Erfolg ansehen.
 
 



Abschnitt 1
 


 Unser geistiges Rüstzeug


 

 

Kosmos contra Mathematik
 
 

Unser geistiges Rüstzeug wird sowohl von Konkretem, auf das wir von der Wahrnehmung her zugreifen können, als auch von Abstraktem, das nur gedacht werden kann, geprägt. Eine wechselseitige Bestätigung wäre ideal. Ein ausschließlich abstraktes physikalisches Weltbild gilt als unbefriedigend, insbesondere, wenn sich ein Gegensatz zum Konkreten zeigt. Schon in der Antike hatte man ein Rechenbrett mit verschiebbaren Kugeln, den Abakus, um das Zu- und Abzählen zu konkretisieren. Noch heute streben wir trotz größerer Übung im abstrakten Denken nach konkreten Stützmodellen für abstrakte Überlegungen. In einem Beispiel wollen wir die Abakus-Kugeln durch stoffliche Bausteine ersetzen:
 
 

Um das Addieren und Subtrahieren zu konkretisieren, wollen wir an einem Ort Bausteine summierend anhäufen und auch subtrahierend wieder zerstreuen. Das Spiel könnte bei der örtlichen Zustandsbewertung ,Null beginnen, die - wie leicht zu erkennen - nicht ins Negative hinein unterschritten werden kann. Das Anhäufungsmaximum legen wir zwar selbst fest, müssen aber aufgeben, sobald alle Bausteine verbraucht sind. Unendlich viele stehen uns nicht zur Verfügung, so daß kein Maximalextrem erreichbar erscheint. Wir werden unser Maximum als Universum bezeichnen.
 
 

Unter der Voraussetzung, daß alle Bausteine gleich groß sind, können wir Integerzahlen benutzen. Bei ungleicher Bausteingröße kommen wir zu Bruchzahlen. Dann erscheint uns das Universum in einer Bausteinreihe vom kleinsten bis zum größten in geschachtelter Struktur. Die Teilbarkeit der Bausteine kann sicher nicht unendlich sein, weil sich niemand vorstellen kann, daß das Teilen in Richtung auf das größenordnungsmäßige Nullextrem uneingeschränkt fortgesetzt werden kann. Wie groß darf das kleinste Objekt sein, das gerade noch als korpuskularer Baustein gilt? Planck hat uns gelehrt, daß die Begriffe Raum und Zeit und damit auch der Teilchenbegriff an einer sehr niedrigen Schwelle ihren Sinn verlieren. Die Plancksche Elementarlänge liegt bei

4 * 10-33 cm.
 
 

Mit dem oberen Grenzwert für das Universum hat sich Einstein beschäftigt. Sein Wert ist nicht nachprüfbar. Auf die Bereiche jenseits dieser Schranken hat der Mensch keinen gedanklichen Zugriff.
 
 

Beide Grenzwerte sind keine Naturkonstanten, sondern auf die Fähigkeiten des Menschen bezogen. Wenn die Extreme Null und Unendlich ausscheiden, kann in unserem Beispiel die lokale Zustandsbewertung nicht extrem bei Null beginnen, wie unterstellt, sondern mit wenigstens einem Objekt in der Größenordnung der Planckschen Elementarlänge. Käme im Kosmos die extreme Leere vor, wären alle Teilchen darin trägheitslos verschiebbar. Trägheit deutet auf einen gewissen Füllungsgrad. Unendliche Trägheit würde totale Starre bedeuten. Ein ganz bestimmtes Ursubstrat war bisher noch nicht nachzuweisen. Nur die unzugängliche Fortsetzung der Baustein-Größenordnungsreihe unter die Plancksche Elementarlänge könnte beinhalten, was wir Ursubstrat nennen möchten. Unter dieser Prämisse ist der Hintergrund des Materiebegriffs nur noch mit Phänomenen der Wechselwirkungen zu erklären, von denen bisher nur fünf bekannt sind. Ihre Verknüpfung konnte bisher noch nicht enträtselt werden.
 
 

Während in der Mathematik - wie im Beispiel angenommen - Wertungen unpolarisiert bei Null beginnen können, sind im Kosmos die Extreme kaum zu beziehen. Die Wertungen im Kosmos sind zumeist nach positiv und negativ zu polarisieren, so daß es auch negative Bausteine geben kann. Dies ist äußerst wichtig für die Anerkennung von sogenannten Defektelektronen im Atom, die man besser Vakanzelektronen nennt. Auch die Löcherleitung in der Halbleitertheorie bedarf der Möglichkeit raumfüllungsnegativer Bausteine. Eine weitere Abweichung zwischen den mathematischen Möglichkeiten und den kosmischen Gegebenheiten betrifft die Dreidimensionalität des Raumes:
 
 

Man ist überzeugt, daß jeder Raum drei Dimensionen habe. Im Kosmos ist der dreidimensionale Raum nur annähernd in einer – nichtextremen - Kugel anschaulich verwirklicht, während mathematische Figuren wie Würfel, Quader, Pyramide usw. im Grunde nur abstrakt geartet sind, denn im Kosmos sind sie nicht konkretisiert. Daher gilt für die Realität im Kosmos die Dreidimensionalität nur angenähert und ausschließlich für eine nichtextreme Kugel, z.B. für einen Himmelskörper. In der Mathematik ist die auf alle denkbaren Räume erweiterte Dreidimensionalität nur eine Fiktion, die in der Euklidschen Metrik gipfelt. Im Kosmos haben wir es mit gekrümmten Räumen und nichteuklidscher Metrik zu tun.
 
 

Wenn - wie in unserem Beispiel - Bausteine angehäuft werden sollen, gibt es im Kosmos nur das Streben auf die Kugelform. Sie wird zwar nicht perfekt erreicht, aber stets optimiert. Die Anhäufung kommt durch den speziellen Drall zustande, der in einer Bewegungsform zwischen Wirbel und Rotation erzeugt wird. Angemerkt sei, daß es im Kosmos auch nichtanhäufende Systeme gibt, die als virtuell bezeichnet werden. Beispiel:

Das Paar von Elektron und Positron, die wechselwirkend ihren unterschiedlichen Spin kompensieren und dann keine Ruhemasse mehr haben. Auch Jets, das sind Fragmente aus dem Mülleimer des Kosmos. sind in der Regel nicht anhäufend.
 
 

Ein Mathematiker würde den Vorgang des Anhäufens selbst ignorieren und als Schwerpunkt die Plazierung der Objekte in den Raumdimensionen sehen:
 

 

1. eindimensional aufgereiht,

2. zweidimensional flächig (2.Potenz) oder

3. dreidimensional räumlich (3.Potenz).

Es zeigt sich sehr oft ein Unterschied zwischen den konkret erscheinenden Verhältnissen im Kosmos und der Abstraktion menschlicher Mathematik mit häufigem Beziehen von nicht realisierbaren Extremen. Daraus erwächst zuweilen der Wunsch, unsere Mathematik der kosmischen Realität anzupassen.

Der Einklang zwischen Kosmos und Mathematik wäre wünschenswert, wenn man nicht die wechselseitige Kontrolle benötigen würde. Die extreme Gerade in der Mathematik und auch alle anderen extremen Figuren und Formulierungen könnte man mit einer Meßlatte vergleichen, die nur durch ihre extreme Geradlinigkeit optimal geeignet wäre, die Krümmungen im Kosmos zu bewerten. Da die Mathematik in ihrer Abstraktheit nicht auf Realisierbarkeit angewiesen ist, spielt es keine Rolle, daß die extreme Gerade selbst mit einem Lichtstrahl nicht zu verwirklichen ist. Hinzu kommt, daß die Rechenvorgänge in einem System mit Extremen leicht sind und Geschehensabläufe optimal vorausbestimmt werden können. In nichteuklidscher Metrik dagegen ist die Arbeitsweise außerordentlich schwer. Darum lassen wir besser die Ungereimtheiten zwischen Kosmos und Mathematik bestehen, um im Bedarfsfall auf Ausnahmeregelungen zurückzugreifen.
 
 

 

Der menschliche Erfassungsbereich
 
 

Der Begriff des menschlichen Erfassungsbereichs für die Reizaufnahme durch unsere Sinnesorgane und ihre Auswertung im Denken ist wegen der Unterschiedlichkeit des zu erfassenden nicht einheitlich zu definieren. Einige Beispiele:
 
 

Unser Zählvermögen ist keineswegs unbegrenzt zwischen den Extremen +Unendlich und -Unendlich. Wir selbst legen fest, bei welcher Zahl wir aufhören wollen zu zählen. Das gilt auch für alle möglichen Anwendungen, z.B. bei der Häufigkeit periodischer Vorgänge in einer selbst festzulegenden Zeiteinheit, also bei Frequenzen von Licht und Schall.
 
 

Aufgrund unseres Sinneseindrucks halten wir etwas für laut oder leise, für hell oder dunkel, für mehr oder weniger intensiv riechend oder schmeckend und empfinden auch beim Tastsinn Unterschiede zwischen zwei Extremen, die unseren Erfassungsbereich zwischen Endmarken einer gedachten Skala mit Markierungen in gleichen Abständen oder auch in nichtlinearem Maßstab darstellen. Für den Grad von Ärger oder Zuneigung ist eine Zahlengerade schlecht anwendbar. Wenn kein Geschehen im Raum vorliegt, sondern nur Intensität in irgendeiner Art, spricht man von Skalaren.
 
 

Den Gegensatz zu den Skalaren bilden die Vektoren, also Zeiger, die eine Richtung des Geschehens im Raum angeben. Wir erkennen den Raum als dreidimensional und koppeln die Zeit als vierte Dimension an. Als Erfassungsbereich des Menschen kann selbst der Weltenraum nicht unendlich sein. Wie bei einem Blick an den Horizont mögen Raumbegrenzungen unscharf erscheinen und auch von der Leistungsfähigkeit von Fernrohren, Mikroskopen u.ä. abhängen, aber die Erfassung von Bewegungsabläufen mittels verankertem Koordinatensystem verlangt nach Begrenzung. Allerdings können wir für jede Vorgangsart einen eigenen Raum unterstellen, z.B. für jede der fünf bisher erkannten Wechselwirkungen: der Gravitation, des Elektromagnetismus, der starken und schwachen Wechselwirkung sowie der des neutralen Stroms. Weitere wären denkbar.

Vom Identifizieren und Werten
 
 

Von unseren breitgefächerten geistigen Fähigkeiten sind nicht nur dem Physiker zwei besonders wichtig,

das Identifizieren und

das Werten.

Wenn ein uns noch unbekanntes Objekt auf uns wirkt, werten wir in der Regel eine Reihe von Sinnesreizen nach ihrer Art und Ausgeprägtheit aus. Das Neue bekommt einen Begriff zugewiesen, der uns sprachlich geeignet erscheint und auch anderen verständlich sein sollte. Nun geht das bislang Unbekannte als bekannt in unseren Gedächtnisspeicher ein und wird bei erneuter Begegnung mit gleich oder ähnlich Geartetem in einem Vergleich zwischen dem Objekt und dem Speicherinhalt "identifizierte".
 
 

Wertbar sind variable Eigenschaften, beispielsweise die Ausdehnung in den drei Raumdimensionen, Form, Oberflächenstruktur und Farbe, Temperatur, Bewegungsverhalten, Gravitation und elektromagnetische Eigenschaften und manche andere bis hinauf zum ästhetischen Gesamteindruck. In vielen Fällen kommen Geruch, Geschmack und Geräuschentwicklung hinzu. Diese Darstellung ist sehr vereinfacht. Wir müssen auch an die Wertung abstrakter Begriffe, Zusammenhänge und umfangreiches Ablaufgeschehen denken.
 
 

Wenn wir die Stärke eines Reizes werten, haben wir den Eindruck, es geschehe analog entsprechend der Anzeige eines Meßinstruments. Allerdings ist unsere innere Eichung bei weitem nicht präzise, so daß die Physiker alles daran setzen, mit genaueren Meßmethoden und reproduzierbaren Meßnormalien zu werten. Zählen ist dagegen digitales Werten. Hierin sind wir weitaus besser als im analogen Werten.
 
 

Unsere Sinnesorgane geben nur Reize innerhalb einer gewissen Spannweite. Ins Mathematische übersetzt, heißt dies, daß es nur endliche Werte sein können, nicht Null und Unendlich. Praktisch ist jedes Wertungsintervall ein spezieller menschlicher Erfassungsbereich!
 
 
 
 

Verschiedene Wertungsarten
 
 

Im letzten Abschnitt dürfte deutlich geworden sein, daß der Begriff "Identifizieren" dem Erfolgsergebnis eines Auslesevergleichs anhand von Wertungen verschiedener Wahrnehmungs- und -bzw. oder- Denkkriterien mit Hilfe unseres Gedächtnis-speichers entspricht, während der Begriff "Werten" in den meisten Fällen ein Beurteilen der Ausgeprägtheit von Eigenschaften in einem Gegensatzdenken nach den Standardbeispielen "klein/groß", "kalt/warm", "gut/böse" usw. darstellt. Sicherlich sind auch schwierigere darunter wie z.B. bei Form, Farbe, Geruch, Geschmack u.ä., aber allen ist gemeinsam, daß sie einen Bezug haben, den man bei den Vergleichen zugrunde legt. Auf der Skala einer Wertung muß auf allen Punkten die Verbindung zum Bezug erhalten sein. Reißt sie ab, wird die Relativität zerstört. Ein relatives Gegensatzdenken ist dann nicht mehr möglich. Zu einem solchen Bruch kommt es, wenn die Wertung über den menschlichen Erfassungsbereich hinaus erweitert wird, sicherlich auch noch aus weiteren Gründen.
 
 

Bei dem Gegensatzpaar "klein/groß" ist es leicht, in einer Längeneinheit den nötigen Bezug zu finden, etwa das in Paris aufbewahrte Meter als einfach reproduzierbare Normalie. Bei "kalt/warm" dürfte uns das Thermometer hilfreich sein, aber bei "gut/böse" sind wir ein wenig hilflos, weil der als gut empfundene Vorteil des einen vom Benachteiligten als schlecht beurteilt werden dürfte. Außerdem kann man in solchen Fällen keine Meßskala finden. Dann hilft man sich mit einer Auflistung der Argumente pro und contra, am besten in einer Folge ihrer Bedeutung, also einer Prioritätenfolge, um hernach bestmöglichst abzuwägen. In der Physik sind solche Fälle erfreulich selten.
 
 
 
 

Doch bevor wir uns nun einigen unterschiedlichen Wertungsarten zuwenden, bedarf es noch einiger Gedanken zum Wertungsgegensatz ,relativ/absolut‘.
 
 
 
 

Das Relative und das Absolute
 
 
 
 

Das Verfahren des Wertens erscheint auf den ersten Blick äußerst einfach:
 
 

Man vergleicht nur eine Eigenschaft eines —zumeist ruhenden— Objekts, die unterschiedlich ausgeprägt sein kann, mit derjenigen eines anderen Objekts, für das man den Wert dieser Eigenschaft als Maßeinheit festgelegt hat. Diese Meßnormalie, an der man die anderen mißt, haben wir damit selbst zu etwas absolutem gemacht. Die anderen mit abweichen/Werten stehen dann als das x—fache oder der x-te Teil zu der Normalie in Beziehung oder Relation. Solche Wertungen sind somit relativ geartet. Wichtig ist, daß die Verbindung der Wertung mit dem Bezug stets gewährleistet ist. Sonst kommt keine brauchbare Wertung zustande.
 
 

Vieles kann man zur absoluten Normalie erheben, z.B. beim Anzahlbegriff jede der natürlichen Zahlen. Wenn wir fünf gleichartige Objekte zählen, sind es extrem gleich fünf, aber auch fünf extrem gleiche Objekte. Ein Wermutstropfen besteht darin, daß sich fünf extrem gleiche Objekte nicht realisieren lassen, nicht einmal zwei. Mit einer mehr oder weniger großen Toleranz gegenüber der Realität müssen wir leben.
 
 

Die Frage ist, ob nur wir selbst Absolutwerte festlegen, oder, ob uns nicht auch die Natur solche anbietet. Da gibt es doch jede Mengen Konstanten in Naturgesetzen und in der Mathematik. Doch leider haben wir keine eindeutige Antwort zu erwarten. Wenn eine Konstante im vermeintlichen Naturgesetz eine Rationalzahl ist, läßt sie sich durch eine Änderung im Maßsystem kompensieren. Ist sie eine Irrationalzahl geheimnist man zwar gern, daß man daran die Echtheit eines Naturgesetzes erkennen könne, aber letztlich hat sich wohl noch immer herausgestellt, daß in solchen Fällen nur Modellschwächen vorliegen.
 
 

Unser nächstes Ziel müßte es sein, dieses einfache Wertungsverfahren, mit dem wir im täglichen Denken so erfolgreich sind, daß es unser gesamtes Geistesleben in großem Umfang prägt, auf die Wertungsmöglichkeit mit mehreren oder vielen Objekten, die sich relativ zueinander bewegen, auszuweiten. Zum Beispiel möchten wir bei mehreren Objekten im Raum sehr gern erfahren, ob in dem System Bewegung oder Ruhe vorherrscht. — Bald bemerken wir, daß dies nicht objektiv ausgesagt werden kann, sondern von der Position des Beobachters abhängig ist. Ein mit einem Objekt mitgeführter Beobachter entscheidet auf extreme Ruhe gegenüber seinem Führungsobjekt, während ein separat postierter Beobachter möglicherweise —objektiv richtig— auf Bewegung entscheidet, allerdings fern jeder Realität. Man kann weder das Koordinatensystem irgendwo im Universum fixieren, noch kann man irgendwo einen Beobachter "richtig" postieren, auch wenn er nicht nur gedacht, sondern konkret greifbar wäre. Darum nimmt die Möglichkeit und Sicherheit, in einem solchen System überhaupt werten zu können, mit der Zahl der Einflußgrößen ab. Man kann wohl nur für ein Objekt sicher werten. Bei immens vielen Objekten, etwa wie beim Blick in den Sternenhimmel, kann über die Verhältnisse zwischen Ruhe und Bewegung nichts mehr ausgesagt werden, da keine eindeutige Relativität zu erkennen ist. Dennoch möchte man wissen, ob im Universum Bewegung im Sinne einer Veränderung vorherrscht, oder aber die Ruhe, z.B. in Kompensation aller Bewegungen. Die Frage ist für uns so wichtig, um begründen zu können, ob die Entfaltung oder Evolution des Universums noch im Vormarsch ist, oder die zerstörende Involution oder ein Ausgleich beider.
 
 

Wenn man von einem ruhenden Objekt, bei dem man eine Eigenschaft werten will, auf Systeme mit mehreren Objekten übergehen will, kann man offenbar nur aussagen, daß die Wertungsmöglichkeit bei einem System von mehreren und noch mehr bei vielen Objekten abnimmt und bei einer unendlichen Anzahl extrem unmöglich wird. Dies erinnert daran, daß es auch beim Wirbel die Vielzahl der Einflußgrößen ist, die seine mathematische Berechnung bis ins einzelne unmöglich macht.
 
 

Wir ziehen für das Relative und das Absolute folgendes Fazit:

Beim Konkreten hat man für das Werten volle Unterstützung durch unsere Sinnesorgane. Im Denken, also bei der Abstraktion, fehlen uns die Sinnesorgane sehr. Es besteht daher Unsicherheit, ob das Gedachte überhaupt realisierbar wäre. Das Werten von Absolutem erscheint uns völlig unmöglich, da uns in diesem Bereich nicht einmal ein Begriffsinstrumentarium zur Verfügung steht. In dieser Hilflosigkeit kommt es leicht dazu, daß wir in den absoluten Bereich etwas Geheimnisvolles hinein interpretieren, z.B. das Religiöse. Hierauf ist am Schluß zurückzukommen.
 
 

Bei allen Ausführungen über unser geistiges Rüstzeug zur Erfassung des ,übrigen‘ ist davon auszugehen, daß nur einführende Hinweise beabsichtigt sind, aber auf keinen Fall eine Verwissenschaftlichung. Diese würde den Rahmen dieser kleinen Schrift sprengen, ihre Allgemeinverständlichkeit beeinträchtigen und unseren Blick auf ein kleineres Gesichtsfeld betont fixieren.
 
 
 
 

Die polarisierte Wertung
 
 

Die polarisierte Wertung ist nullsymmetrisch Von einem neutralen Nullpunkt gehen in 180 Grad zwei Zahlengeraden aus, eine positive mit Vorzeichen + und eine negative mit Vorzeichen -. Null ist hierbei kein Extrem, sondern wertbar wie der Anfangswert 1 bei der unpolarisierten Wertung. Beide Geraden können beliebig lang sein, aber nicht +Unendlich oder -Unendlich, weil nur innerhalb des menschlichen Erfassungsbereichs gewertet werden kann.
 
 

Eine Temperaturwertung ist mit Celsius-Graden polarisiert, mit Kelvin-Graden unpolarisiert, weil der absolute Nullpunkt bekannt ist. Die Scheidung von Wärme und Kälte beim Gefrierpunkt des Wassers ist bei den Celsius-Graden nicht empfindungsgerecht, und die Teilung bis zum Siedepunkt in 100 Grade erweist sich als besonders willkürlich, wenn man die Skala darüber hinaus bis zu hohen Temperaturwerten verlängert.
 
 

Wir haben uns besonders daran gewöhnt, die polarisierte Wertung für Wellen zu verwenden. Die Wertung der Amplitude entspricht einer Kreisabwicklung mit Sinus der positiven und negativen Halbwelle.
 
 

Als Grundlage für ein Korpuskelmodell ist die polarisierte Wertung der Geschlossen- oder Offenheit einer Bewegungsform besonders wichtig. Eine extrem gerade Bewegung kommt im Kosmos nicht vor, da selbst der Lichtstrahl massebedingt gekrümmt wird. Bei den uns verbleibenden gekrümmten Bewegungen gibt es als das eine Wertungsextrem die in sich geschlossene und als Gegenextrem die offene Bewegungsform. In sich extrem geschlossen ist die Rotation eines gegenüber dem übrigen extrem abgegrenzten Körpers, innerhalb dessen die Radiuspunkte extrem dieselbe Rotationsfrequenz haben. Der Radius ist demnach ständig eine extreme Gerade. Ein solches Perpetuum mobile gilt als unmöglich. Die extrem offene Bewegungsform des Wirbels hätte - gäbe es sie im Kosmos- in die Unendlichkeit ausgreifende Arme und damit keine äußere Begrenzung. Beide Extreme sind wiederum auszuklammern.
 
 

Die 9Oo-Wertung am rechtwinkligen Dreieck
 
 

In der Physik gibt es manche Verknüpfung in geometrischer Addition, z.B. bei dem Real-/Imaginär-Zusammenhang des elektrischen Wechselstroms mit seinen beiden Komponenten Wirk- und Blindstrom. Beide bilden die Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks, während die Hypothenuse den Scheinstrom darstellt. Die Geraden einer derartigen Wertung stehen demnach senkrecht aufeinander.
 
 

Räumliche Wertungen
 
 

Wertungen im Raum sind in der Regel unpolarisiert. Sie können bei der Planckschen Elementarlänge beginnen. Mathematisch gibt es drei exakt senkrecht zueinander stehende Dimensionen, Koordinatensysteme und Vektoren, aber im Kosmos fehlt es an der Möglichkeit zur exakten Verwirklichung.
 
 

Wertungen mit gekrümmten Linien
 
 

Da im Kosmos die extreme Gerade nicht verwirklicht werden kann, da selbst ein Lichtstrahl durch Massenwirkung gekrümmt wird, wäre es ein Ziel, das Werten mit Zahlengeraden euklidscher Metrik den kosmischen Krümmungen anzupassen, um auch in nichteuklidscher Metrik werten zu können. Es wäre ein schwieriges Unterfangen.
 
 

Die Zeitwertung
 
 

Wir haben uns daran gewöhnt, die Zeit unpolarisiert zu werten, übersehen aber dabei, daß die Zeit nicht nur als progressiv ablaufend angesehen werden kann. Von der Gegenwart als Null ausgehend, kann man auch polarisieren, regressiv in die Vergangenheit und progressiv in die Zukunft. Man tut es nicht, weil man von der Fiktion eines absoluten Zeitablauf s überzeugt ist. Man hat dadurch keinen festen Nullpunkt. Der vermeintlich absolute Zeitablauf ist im Geiste durch den Begriff einer Systemzeit zu ersetzen.
 
 
 
 
 
 

Der Dreiergegensatz
 
 

Bei unseren Wertungen ist der Zweiergegensatz die Regel. Auf der Suche nach einem Dreiergegensatz erinnern wir uns wohl an die drei Phasen des Drehstroms. Sie sind menschliche Erfindung. Von den natürlichen Dreiergegensätzen fallen uns wohl nur zwei echte ein:

Die Addition und Subtraktion von Farben wird als Dreiergegensatz am Farbenkreis dargestellt.
 
 

Dies ist auch die Grundlage des zweiten Naturbeispiele, das in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Wissenszweig geworden ist, zur Quanten-Chromodynamik. Man ordnet den Quarks und Gluonen, die man als Bestandteile der Hadronen (Protonen, Neutronen und Mesonen) ermittelt hat, Farbladungen zu, die aber eigentlich gar nichts mit Farben zu tun haben. Sie verhalten sich lediglich gleichermaßen und bilden einen Dreiergegensatz wie bei den natürlichen Farben.
 
 
 
 

Wertungen von Geruch und Geschmack
 
 

Beim Geruch und Geschmack dominiert unser Identifizierungsvermögen. Wir werten die Intensität in den Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter. Ähnlich ist es beim Riechen. Zugleich wird der spezifische Geschmack oder Geruch des Stoffes identifiziert.
 
 
 
 

Wellenwertungen
 
 

Beim Schall wird die Amplitude, die Frequenz, auch der Klang als Obertongemisch gewertet. Bei den elektromagnetischen Wellen ist es ähnlich. Allerdings unterscheiden sich beide Wellenarten im Amplitudenbegriff und haben außerdem verschiedene Formeln für den Doppler-Effekt.
 
 

Über die Erreichbarkeit der Wertungsextreme
 
 

Nicht nur die Wertungen sind unterschiedlich geartet, sonder auch die Erfassung. Nicht immer sind unsere Sinnesorgane daran beteiligt, so daß uns die Wertungen konkret erscheinen. Manches ist nur gedacht und erbringt abstrakte Wertungen. Nur auf einen Teil lassen sich physikalisch-mathematische Hilfsmittel wie Zahlengeraden und Ortung durch ein Koordinatensystem anwenden. Zuweilen sind die Wertungen nicht-räumlich, kompliziert und so verschachtelt, daß wir kaum ein naturgegebenes Ordnungsprinzip erkennen können.
 
 

Der dargestellte Wertungsgegensatz ,relativ/absolut‘ bildet so etwas wie ein Dach im Wertungsschema, denn nur das Relative hat, wie es der Begriff erwarten läßt, die zum Werten nötige Bezüglichkeit, während uns der Bereich des Absoluten mangels Bezüglichkeit gedanklich kaum zugänglich ist. Doch auch beim Wertungsgegensatz ,relativ/absolut‘ sind die Extreme unerreichbar. Die Bezüglichkeit im Relativen ist somit begrenzt, und das Absolute ist sicher arm an Bezügen, aber nicht extrem ohne. Wenn wir über unseren jeweiligen Erfassungsbereich hinaus zu werten versuchen, zielt die Wertung ins Absolute. Insofern sind alle Wertungen auf unerreichbare Extreme außerhalb des Erfassungsbereichs absoluter Natur. Da aber alles, was es außerhalb unseres Erfassungsbereichs zu werten geben könnte, von uns gedanklich als "Abstraktes" erfunden ist, bezeichnen wir das Absolute gern als bloße Fiktion, jedoch ohne diese als Extrem auffassen zu können.
 
 

Wenn wir bemerken, daß eine mit Hilfe des Zahlenstrahls zustande gekommene Wertung auf ein Extrem strebt, interessiert uns der Übergang vom letzten Wertungspunkt innerhalb unseres Erfassungsbereichs zum Extrem. Freilich wird bei vielen Wertungen unser Erfassungsbereich gar nicht verlassen, so daß wir in unserem Sprachgebrauch keineswegs immer vom harten Ja oder Nein auf welches "so gut wie" oder "kaum" ausweichen müssen. - Betrachten wir nun die Extremübergänge beim anfahrenden und anhaltenden Wagen sowie an der Grauwertskala:

Beispiel 1:

Anfahrender und anhaltender Wagen
 
 

Ein fahrender Wagen hat eine relative Geschwindigkeit zum Boden, ein stehender dagegen die Geschwindigkeit null. Wenn sich der Fahrvorgang auch im räumlich endlichen Bereich abspielt, so ist doch die Wertung der Fahrgeschwindigkeit zwischen Halten und Fahren mit dem Übergang vom Nullextrem ins Endliche und gleichermaßen umgekehrt verbunden. Betrachten wir zunächst den Bremsvorgang zum Halt.
 
 

Bei unterstellter endlicher Bremsverzögerung wird das abgebremste Fahrzeug kontinuierlich langsamer und langsamer, bis dann das offenbar plötzliche Ereignis des Haltens eintritt. Zeitlos kann das Extrem des Haltens nicht erreicht werden, weil nach Einstein im Universum nichts zeitlos geschehen kann. Umgekehrt kann auch der Sprung vom Nullextrem des Haltens zur Beschleunigung und später Gleichförmigkeit des Fahrens nicht zeitlos geschehen. Offenbar bewerkstelligen Kupplung und Bremsanlage eine Minderung der Härte des Übergangs. Und die Massenträgheit könnte auch eine Rolle spielen. Daß diese Annahme die Verhältnisse nicht befriedigend erklärt, zeigt das zweite Beispiel, bei dem die Massenträgheit beim Objekt nicht im Spiel ist:
 
 

Beispiel 2:

Grauwertskala
 
 

Eine kontinuierliche Grauwertskala, wie sie den Druckern für den Ausdruck von ,,Halbwerten" geläufig ist, reicht vom tiefsten Schwarz bis zum weißesten Weiß. Beide Werte stellen die Extreme einer Grauwertung dar, sofern man nicht darüber zu streiten gedenkt, ob es nicht doch noch eine schwärzere oder weißere Farbe gibt. Uns interessiert der Übergang vom extremen Schwarz oder Weiß zum ersten Grau, das sich gerade noch vom extremen Schwarz bzw. Weiß unterscheiden läßt. Stellen wir höhere Ansprüche, als unsere Augen ermöglichen, so werden wir eine superempfindliche Elektronik dafür einsetzen. Sicher ist, daß uns auch diese nicht weiterhilft, sondern nur die Unterschiede in der Empfindlichkeit verschiedener Einrichtungen aufzeigt. Das wesentliche ist wohl, daß man Grauwerte nur abtastend unterscheiden kann, sei es durch Hin- und Herblicken oder durch Schwenken einer Abtasteinrichtung. Zeitloses Abtasten ist unmöglich. In diesem Beispiel liegt der nötige Zeitaufwand somit beim Beobachter. Wir wissen damit immer noch nicht, wie sich der Übergang zum Extrem in diesen beiden Beispielen vollzieht und suchen weiter nach einer Lösung:
Vielleicht hat es im ersten Beispiel etwas auf sich, daß sich ein zum Stillstand abgebremster Wagen letztlich in abklingender Vor- und Rückbewegung mehr oder weniger schüttelt. Durch Massenträgheit entsteht eine gedämpfte Schwingung, in deren letztem Nulldurchgang beim Bremsen der Wagen endlich stehenbleibt. Beim Anfahren ist es ähnlich. Die gedämpfte oder angefachte Schwingung ist polarisiert zu werten. Im Gegensatz zur unpolarisierten Wertung kann bei der polarisierten auch auf den neutralen Nullpunkt, von dem die beiden Zahlengeraden ausgehen, gewertet werden, weil hierbei Null nicht als Extrem aufzufassen ist. Man könnte hiernach aussagen, daß die unpolarisierte Wertung des Fahrens beim Extremübergang in Form der gedämpften Schwingung in eine polariserte umschlägt und daß die Natur auf diese Weise das Problem löst. - Im zweiten Beispiel wird der gesuchte Übergangspunkt beim Abtasten eingeengt. Das geschieht ebenfalls in einer gedämpften Schwingung. Die Massenwirkung ist sicherlich eine der Voraussetzungen für das Aufkommen der gedämpften Schwingung. Im zweiten Beispiel geht sie jedoch vom Beobachter aus.
 Bei Wertungen, bei denen ein Extrem nicht bezogen wird, haben wir den Eindruck, daß die Wertung in einen unüberwindlichen Graben vor dem Extrem ausläuft. So mögen wir immer größere Zahlenwerte erfinden, ohne dem Unendlichextrem näher zu kommen. Auch mit kleiner werdenden Brüchen erreichen wir das Nullextrem nicht. Gleichermaßen ist es bei den Entfernungen zum großen und kleinen hin.
 Alle weiteren Erörterungen über die Unerreichbarkeit der Extreme sind überflüssig, weil der Gedanke daran eine Fiktion ist. Er beruht darauf, daß unsere Mathematik von extremen Prinzipien geprägt ist. Keine Größe im Kosmos kann die Werte null oder unendlich annehmen, weil alle unsere Erfassungsbereiche endlich sind. In der Vielfalt der Formen und Typen im Kosmos gibt es weder die extreme Gerade noch den extremen Kreis, der kein Vieleck ist. Auch die geometrischen Grundformen sind extrem geartet. Durch die nichteuklidsche Metrik käme man zu einer teilweisen Anpassung der Mathematik an die kosmischen Gegebenheiten. Ohne Zweifel ist es völlig unsinnig zu behaupten, ein idealer Punkt habe keine Dimension, und man könne zwischen zwei Punkten einer Linie unendlich viele weitere unterbringen, wobei eine so geartet ideale unendlich lange Linie ,auch nur" aus unendlich vielen Punkten bestehen kann. Nicht nur Flächen und Raumbegrenzungen wären ideal so beschaffen, sondern schlechthin alle geometrischen Formen. Sicher ist vielmehr, daß die kleinste Meßgröße die Plancksche Elementarlänge von

4 * 1O-33

in Verbindung mit der Elementarzeit ist. Jenseits davon verlieren die Begriffe von Raum und Zeit - und damit auch der Teilchenbegriff - ihren gewohnten Inhalt. Eine entsprechende Schranke zum großen hin ist nicht bekannt, aber zu unterstellen, weil unsere Erfassung mit Sicherheit im Endlichen endet. Mit stärkeren Fernrohren dürfte die Grenze kaum mehr hinausgerückt werden können.
 Es bestätigt sich immer wieder, daß wir die Grenzen unserer Erfassungsbereiche nicht überschreiten können. Alles, was darüber hinaus unterstellt wird, ist für den Physiker unzulässige Spekulation!
 

Die Ablaufverfolgung
 
 

Ein besonders großer Teil unseres Gehirns ist für die Verfolgung von Geschehensabläufen in progressiver Zeit zuständig. Er macht uns Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewußt und läßt uns Relativbewegungen von Objekten im Universum verfolgen. Allerdings bedurfte es des Scharfsinns eines Einstein, um mit Ablaufproblemen wie Gleichzeitigkeit, Ursache und Wirkung usw. fertig zu werden. Wir beklagen, daß das Licht als unser einziger Mittler von fernen Geschehensabläufen nicht makellos ist. Es ist zwar schnell, aber nicht extrem zeitlos. Ein Lichtstrahl werde durch Masseneinwirkung leicht gekrümmt. So sagt man in herkömmlicher Denkweise. Einstein lastete den Makel nicht dem Licht an, sondern hielt ihn für eine Raumeigenschaft, denn für ihn war das Universum auch real ein vierdimensionales Raum-/Zeitkontinuum.

Ablauf geschehen will man im Raum exakt lokalisieren. Dafür wird ein Koordinatensystem benutzt, das man an einem Bezugspunkt zu verankern hat. Leider bietet uns die Natur solchen Fixpunkt nicht an. Darum sind im Grunde beliebig viele Koordinatensysteme denkbar, von denen jedes seine eigene System-zeit haben kann. Der Gedanke an den Ablauf einer absoluten Zeit ist - wie erwähnt- eine Fiktion!

Unsere Fähigkeit, das Ablauf geschehen zu erfassen, verhilft uns nicht nur zum Raumeindruck, sondern auch zur Unterscheidungsfähigkeit von Ruhe und Bewegung. Doch sie ist nur relativ geartet und vom Standpunkt des Beobachters abhängig. Ein mitgeführter oder parallel bewegter Beobachter entscheidet auf Ruhezustand. Übergeordnet absolut kann man keine Entscheidung über Bewegung und Ruhe im Universum treffen. In diesem Sinne entspricht die gleichförmige Bewegung dem Zustand der Ruhe, während Beschleunigung und Verzögerung auf eine Veränderung im Sinne von Bewegung hinweisen.

Bei der Ablaufverfolgung ist von Belang, das wahre Sein vom Trug des Scheins zu unterscheiden. Ein Beispiel:
 
 Wenn wir mit unseren Sinnesorganen im Raum -lokal weitgehend vom übrigen" abgegrenzt- eine Abweichung im Zustand oder bewegungsmäßigem Verhalten feststellen, so haben wir vermeintlich ein Objekt erfaßt, von dem wir zunächst nicht wissen, ob es massiv oder ein Wellengebilde ist und ob es als Realität oder Trug einzuordnen ist. Dafür müssen wir mit unseren Sinnesorganen zusätzliche Merkmale finden.
Wir könnten uns eine Lichtquelle denken, deren Strahlung von einem realen Objekt oder einem reflektierenden Spiegel ausgeht. Dieser trügt hinsichtlich der Lokalisierung und kehrt in einer Dimension um. Ein Schatten kann zum Trugbild führen, ebenso die Massenwirkung des Lichts u.ä. Sind wir überzeugt, daß keine Täuschung vorliegt, versuchen wir herauszufinden, ob das Objekt massiv ist oder/und an anderen Wechselwirkungen teilnimmt. Nur wenn das Objekt an wenigstens einer der bisher bekannten fünf Wechselwirkungen teilnimmt, sprechen wir von Realität und halten es herkömmlich - unter Zweifeln - für wahres Sein im Sinne eines Schöpfungsergebnisses.

Gespiegelte Objekte, auch negativ als Schatten, halten wir für Irrealität. Da unsere Sinnesorgane auf Korpuskulares ausgerichtet sind, geben wir der Realität als Wirklichkeit Priorität vor der Irrealität, der wir den Begriff der Möglichkeit zuordnen. In der Polarisation des Wertungsdenkens sind ,,wahre" Wirklichkeit, also Realität, und die Irrealität mit ihren - vielleicht nicht verwirklichten- Möglichkeiten einander von gleichem Rang, aber wir zögern, den Bereich der Möglichkeit für den nicht als wahr erkennbaren Bestand einer Traum- oder Phantasiewelt der Wirklichkeit gleichzuachten. Doch wir sind verunsichert, wenn es darum geht, den Gottesglauben entweder in die Realität oder Irrealität einordnen zu müssen. Realität und Irrealität gehen offenbar im Sinne einer polarisierten Wertung ineinander über. Wir haben nicht in jedem Fall die Fähigkeit, scharf zwischen Realität und Irrealität unterscheiden zu können. In Abschnitt 6 wird über den Einfluß des Glaubens auf die Denkweise zu sprechen sein.
 
 
 
 


 

Abschnitt 2
 

 

Einflüsse auf Erkenntnisse
 
 

Überlegungen zur Erkenntnistheorie

Mit dem dargestellten geistigen Rüstzeug trachten wir mit geschärften Sinnen nach richtigem Erkennen, nach wahren Aussagen, denn wir wollen uns nicht gern täuschen lassen.
 
So mühen sich schon viele Generationen mit der Wahl der optimalen Erkenntnistheorie, aber auch ebenso viele mit der Kritik daran. Man fand sie nicht und sieht auch kaum noch Möglichkeiten für neue philosophische Erkenntnisse. Wie schon angedeutet, kann man so gut wie alles, was für unumstößlich wahr gehalten wird, in irgendeiner Hinsicht wieder infrage stellen. Man übt - zumeist berechtigte- Kritik hinsichtlich des Erkennens, dann wieder Kritik an der Kritik usw., ohne zu einer absoluten, von menschlichen Überlegungen unabhängigen Wahrheit vorstoßen zu können.

Unsere Begriffsinhalte von Richtigkeit und Wahrheit sind weitgehend relativ, gelten also nur unter dem gewählten Bezug. Unter verschiedenen Bezügen kann oft zwischen wahr und unwahr hin- und herjongliert werden. Auch der Relativgegensatz von absolut und relativ beschäftigt uns oft, ferner der des Rationalen und des Irrationalen. Was unserem Verstande entspricht, bezeichnen wir als rational mit dem Gegensatz des Irrationalen. Wegen der Unerreichbarkeit der Extreme kann man in der Regel nicht das letzte Fünkchen des Gegensatzes, nicht einen Rest von Unwahrheit bei aller Wahrheit, nicht einen Rest von Absoluten im Relativen und nicht das letzte Irrationale aus dem Rationalen verbannen.

Mit einschränkenden Ausdrücken wie ,,so gut wie", ,,kaum" oder ,,weitgehend‘ pflegen wir auszudrücken, daß wir keine extreme Aussage machen können. Es läßt sich aber auch nicht extrem behaupten, daß überhaupt keine extreme Aussage gemacht werden kann. Diese Erkenntnis ist fundamental, weil sie unser herkömmliches Vorurteil über die scharfe Trennbarkeit des Realen vom Irrealen zerstört. Es liegt vielmehr ein Gegensatz der Wertung vor.

Mehrere Wissensgebäude?

Wenn wir aus unseren Erkenntnissen ein Wissensgebäude erbauen wollen, obwohl wir wissen, daß unsere Erkenntnisse nicht extrem richtig sein können, müssen wir sie zuweilen in kompromißbereiter Weise aneinander angleichen. Doch dann können wir nicht mehr behaupten, daß dieses Wissensgebäude das einzig mögliche und richtige sei. Es ist in der Überlieferung organisch gewachsen. Ob es eine bessere Alternative gibt, wissen wir nicht.
 
 
Geometrische Axiome und andere Wahrheiten

Immer noch auf der Suche nach absoluten, vom menschlichen Bereich unabhängigen Wahrheiten, stoßen wir vielleicht auf die geometrischen Axiome, die zwar auch nicht beweisbar, aber durch ihre gute Überschaubarkeit so einleuchtend sind, daß eine Kritik an der Richtigkeit schwerfällt. Als weitgehend absolut erscheint uns auch das Teilungsverhalten der Zahlen, ihre Primzahleigenschaft und noch einiges mehr im mathematischen Bereich. Auch einigen Naturkonstanten in physikalischen Gesetzen trauen wir eine solche Rolle zu. So mögen wir dem absoluten Wahrheitsextrem von Fall zu Fall näherkommen, aber mit der Überwindung des Wertungsgrabens vor dem Extrem tun wir uns - wie schon ausgeführt - schwer. Tröstlich könnte sein, daß dies vor dem Unwahrheitsextrem auch so ist, so daß auch in dem Unsinnigsten noch ein Körnchen Wahrheit stecken könnte.
Über Erkenntnistheorien selbst möge man in der philosophischen Fachliteratur nachlesen. Festzuhalten ist, daß die Denkweise des Physikers außerordentlich auf optimales Erkennen ausgerichtet ist.
 

Die Frage der Gleichwertigkeit verschiedener Möglichkeiten
 
 

Am Eingang dieses Abschnitts wurde ausgeführt, wie wichtig die Bezugswahl für die Entscheidung auf wahr oder unwahr ist. Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, die wahr erscheinen, wählt man offenbar diejenige als richtig aus, die am besten ins übrige Weltbild paßt. Wie fragwürdig diese Praxis ist, mag dieses Beispiel beleuchten:
 
 

Einstein sagte über das Universum aus, es sei ,,endlich, aber unbegrenzt". Er unterstellte dafür ein sich immer mehr in die Unendlichkeit aufblähendes Universum. Sein starkes Argument dafür war das rasante Fortstreben fernster Galaxien. Die Frage ist, was hätte Einstein sonst aussagen können? Bei der Kombination zweier eigenschaftlicher Begriffe gibt es vier Möglichkeiten; in diesem Fall:
 

 

endlich und begrenzt,

unendlich und unbegrenzt,

endlich, aber unbegrenzt (Einsteins Aussage),

unendlich, aber begrenzt.
 

Da das Endliche in der Regel begrenzt und das Unendliche unbegrenzt ist, haben beide Begriffe eine gewisse Gleichsinnigkeit, so daß wir von zwei bequemen Paarungen sprechen können. Die mit ,,aber" verbundenen sind dagegen unbequem, weil deren Ungleichsinnigkeit wegargumentiert werden muß. Einstein tat es mit der Erkenntnis des Aufblähens. Wer da meint, es gäbe auch Argumente für ein Schrumpfen des Universums, würde die Paarung ,,unendlich, aber begrenzt" wählen. Ohne ein verstandesmäßiges Argument dafür wäre dieses Modell ,,irrational". Bei den bequemen Paarungen ist die Argumentation leicht oder unnötig. ,,Endlich und begrenzt" ist das Universum, wenn wir es, wie es nach wissenschaftlicher Verantwortung sein sollte, mit unserem menschlichen Erfassungsbereich gleichsetzten. ,,Unendlich und unbegrenzt" könnte es sein, wenn wir über unseren Erfassungsbereich hinaus spekulieren würden.
 
 
 
 

Naturgesetzlichkeit und Tautologie

Beim Denken geht es sehr wesentlich um die Verknüpfung von Begriffen, die wir - wie eingangs beschrieben- durch Werten und Identifizieren von Sinneswahrnehmungen oder abstrakt im Denken gebildet haben. Von der Grammatik her ist uns geläufig, daß es eine ganze Reihe von Wort- und damit Begriffsarten gibt. Wir können nach ,,Gutdünken" verknüpfen oder aber nach den Grundrechnungsarten, vielleicht auch in Funktionen oder in noch höherer mathematischer Denkweise. Verknüpfen wir zwei Begriffe, die nach Zuweisung von Maßeinheiten dann zu Größen werden, so erwarten wir das Verknüpfungsergebnis als dritte Größe, indem wir dafür eine Maßeinheit systemgerecht einführen. Wenn die Aussage durch die Realität immer wieder bestätigt wird, halten wir sie für ein Naturgesetz. Wir können aber auch verunsichert sein und den Verdacht haben, daß nur Tautologie vorliege.
 
 

Unter Tautologie versteht man eine Doppelbeschreibung von gleichem mit unterschiedlichen Worten. Das Standardbeispiel ist der weiße Schimmel. Weiß allein macht zwar keinen Schimmel aus, aber die Weißfärbung ist doch das wesentlichste Merkmal eines Schimmels. - Bei mathematischen Gleichungen ist zu erwarten, daß auf beiden Seiten genau dasselbe steht, wenn vielleicht auch unterschiedlich kaschiert. Bei den Gleichungen müßte stets Tautologie vorliege.
 

Beispiele:

Geschwindigkeit = Weg 1 Zeit oder

Widerstand = Spannung / Strom (Ohmsches Gesetz)
 
 

Wenn man keine rechte Klarheit hat, ob Naturgesetzlichkeit oder Tautologie vorliegt, sucht man Rat bei einem Modell oder wenigstens einer entlehnten Modellvorstellung, die in der Regel zwar einiges ,,leistet", aber oftmals von der Realität abweicht.

Da man offenbar vom Modell her nicht sicher über Naturgesetzlichkeit oder Tautologie entscheiden kann, sehen manche in einer irrationalen Konstanten in der Formel ein Echtheitsmerkmal für Naturgesetzlichkeit. Eine rationale Konstante kann man in der Regel durch eine Manipulation am Maßsystem beseitigen, eine Irrationalzahl hingegen nicht. Die Kreiszahl pi müßte darum die Kreisformeln

U=2 * pi * r und

A = r2 * pi

zu echten Naturgesetzen abstempeln. Aber es ist leicht einzusehen, daß die Irrationalität von pi in einer Modellschwäche besteht. Es gibt bekanntlich keinen Kreis, der nicht mehr Vieleck ist. Durch die Differenz zwischen Vieleckseitenlänge und Bogen ist eine eindeutige Angabe nicht möglich. Auch die Lage des Radius oder Durchmessers ist nicht eindeutig, weil wir bei der Messung entweder auf eine Ecke oder mehr oder weniger auf eine Vieleckseite zielen. Wir müssen sicher beim Auftreten einer irrationalen Konstanten auf irgendeine Modellschwäche schließen.

 

Ein anderes Beispiel wäre die Plancksche Quantenformel W=h*v

h ist darin ein Grundwert, mit dem man die Frequenz zu multiplizieren hat, um die Energiemenge eines Quants zu erhalten. Wenn man die Energie als die Fähigkeit, Arbeit leisten zu können, definiert, gibt es dafür keine Anschaulichkeit aus irgendeinem Modell. Das Photon gehört zur elektromagnetischen Wechselwirkung, für die Modelle aus dem Makrokosmos nur bedingt brauchbar sind. Wäre es anders, so müßte es eine gemeinsame Feldtheorie für die Gravitation und den Elektromagnetismus und die übrigen Wechselwirkungen geben. Daran hat sich bereits Einstein über viele Jahre hinweg vergeblich die Zähne ausgebissen. Sehr viel weiter ist man auch heute noch nicht.

Man kann den Streit über Naturgesetzlichkeit oder Tautologie sicher versöhnlich beenden, indem man eine Wertung zwischen beiden unterstellt und jeweils mehr zur einen oder zur anderen Seite tendiert.
 
 
 
 

Die Rolle der Mathematik
 
 Die Mathematik hat außerordentlichen Einfluß auf die Denkweise des Physikers. Bei ihrer Anwendung streben wir an, extrem genau zu sein, obwohl im Kosmos Extreme so gut wie nicht vorkommen. In der Überfülle der Typen und Formen in der Natur sind die geometrischen Figuren nicht vertreten. Die Gleichungen zu den Figuren beinhalten extreme Gleichheit. Wenn wir sagen: 3 + 2 = 5, steht auf beiden Seiten des Gleichheitszeichens extrem genau dasselbe, weil wir dies bei der Verknüpfung der natürlichen Zahlen als extrem genau festgelegt haben. Wir sagen, wie ausgeführt, das Krumme im Kosmos könne nur optimal mit der extrem geraden Latte der Mathematik gemessen werden.

Wenn man dieses Argument nicht anerkennen müßte, wäre die Mathematik als widernatürlich zu verteufeln. Durch die mathematische Genauigkeit erreichen wir ein Höchstmaß an Bestimmtheit bei der Voraussage des physikalischen Ablaufgeschehens. Aber dies gilt offenbar nur für die Welt des großen, für den Makrobereich. Im Mikrobereich hingegen dominiert das Wirbelgeschehen mit seiner Unbestimmtheit. Mit den Methoden extremer Bestimmtheit ist hier nichts auszurichten. Der Wirbel hat eine Vielzahl von Einflußgrößen, so daß er mathematisch nicht im einzelnen beherrschbar ist, sondern nur global mit statistischen Verfahren.

Einstein hat zwar gesagt: ,,Gott würfelt nicht", um auszudrücken, daß er von einer durchgehenden Bestimmtheit und damit Vorausbestimmbarkeit des Ablaufgeschehens überzeugt war. Er meinte demnach, wenn wir besser in Mathematik wären, könnte man auch im Mikrobereich den Ablauf vorausbestimmen. Damit hätte man dann den Zufall, dessen Bundesgenosse der Wirbel ist, besiegt. Aber Einsteins Voraussage erfüllte sich nicht. Dennoch gibt es den ausschließlichen Zufall nur bei einer unendlichen Zahl von Einflußgrößen, denn Bestimmtheit und Zufall stehen in einem Wertungsgegensatz bei Unerreichbarkeit der Extreme.
 
 Es wäre doch merkwürdigerweise auch ein Extrem, wenn im Makrobereich völlige Bestimmtheit herrschen würde. Wir haben in der Welt des großen auch nur ,,fast" völlige Bestimmtheit. Während der Wirbel die Bewegungsform der Unbestimmtheit ist, ist extreme Rotation diejenige der Bestimmtheit. Die totale Rotation ist nur gegeben, wenn sämtliche Punkte auf dem Radius des Rotationskörpers extrem dieselbe Umlaufgeschwindigkeit um die Rotationsachse haben. Dieses Extrem wird bei Festkörpern nahezu erreicht, weil diese eine nahezu totale innere Verkettung ihrer Bestandteile aufweisen. Bei sich drehenden Flüssigkeitstropfen und Gaswolken wird das Rotationsextrem dagegen weniger erreicht. Aber auch Festkörper sind mehr oder weniger labil. Denken wir nur daran, daß bei Steigerung der Rotationsfrequenz, also beim Überdrehen, Abplattung und Ringablösung wie beim Saturn und schließlich ,,Aufwicklung" zum Trabanten eintreten.

Auch im Makrobereich gibt es Wirbelwirken. Beispielsweise kann man das Wirken der Meeresbrandung nicht in Einzelheiten vorausbestimmen. Die Physiker haben sich daran gewöhnt, das Wirbelwirken im Makrobereich irgendwie zu unterdrücken oder auf Rotation zu idealisieren. Dies will leider für den Mikrobereich nicht gelingen. Die Welt des großen und die des kleinen unterscheiden sich in den physikalischen Prinzipien wahrscheinlich kaum. Der vermeintliche Unterschied - auch in bezug auf Bestimmtheit und Wahrscheinlichkeit- ergibt sich im wesentlichen aus den Möglichkeiten und Fähigkeiten des Menschen.
 
 

Symmetrie und Parität
 

Parität ist die Anzahlgleichheit von gegensätzlich gearteten Objekten. So unterscheiden sich Elektronen von Positronen nur durch den entgegengesetzten Spin, womit man das Verhältnis der Fortbewegungsrichtung zu derjenigen der Eigendrehung meint. Da es sehr, sehr viele Elektronen im Verhältnis zu einer geringen Anzahl von Positronen gibt und dies bei anderen Teilchen und Antiteilchen auch so ist, ist die Parität im Kosmos offenbar stark gestört. Es herrscht eindeutig der Linksspin vor. Hierdurch wird die massemäßige Aufzehrung der Materie durch Antimaterie vermieden. Allerdings sind wir unsicher, ob man den Begriff ,Antimaterie‘ bereits im Falle entgegengesetzten Spins gebrauchen sollte.

Das geometrische Gegenüber zur Anzahlparität ist die Symmetrie. Es handelt sich um die Hälftengleichheit einer spiegelungsgleichen Figur mit Umklappbarkeit der Hälften um eine Symmetrieachse. Wir haben Anhaltspunkte dafür, daß die aus der Welt des großen gewohnte Symmetriebestimmtheit im Mikrobereich gestört sein könnte.

Dies wäre in bezug auf die Denkweise in der Physik eine bittere Pille. Wir sind im Makrobereich an die Sicherheit gewöhnt, daß bei einer Spiegelung ohne Ausnahme nur eine Dimension umgekehrt wird. Wir können diese Gewißheit dazu benutzen, die Realität vom Schein der Spiegelung zu unterscheiden. Der schroffe Gegensatz von Sein und Schein würde bei Symmetriestörung in weiche Wertung übergehen.

Die Reihe von Einflußmöglichkeiten auf unsere Erkenntnisse ist damit sicherlich nicht vollständig. Es sollte nur aufgezeigt werden, welchen Schwierigkeiten sich der Physiker bei der Erarbeitung eines physikalischen Weltbildes gegenüber sieht. Die Überlegungen zu unseren Modellvorstellungen in Abschnitt 4 werden dies vertiefen.
 
 

Abschnitt 3

Unsere wichtigsten Hilfen
 

 

Es ist nützlich, aus dem Gesamtverständnis des physikalischen Weltbildes heraus einige ,Hilfen‘ zu entwickeln, durch die Antworten verfügbar sind, wenn in unterschiedlichen Zusammenhängen ähnlich geartete Fragen aufkommen. Für derartige Hilfen müssen wir zunächst manches als richtig unterstellen, das erst im folgerichtigen Darstellungsablauf begründet werden kann.
 
 

Unsere ,Hilfen‘ sind angesiedelt
 

 

1. im praktischen Wertungsdenken,

2. im Verständnis der ,,Löcherleitung",

3. unter der Polarisierung der Raumfüllung,

4. in den physikalischen Begriffsdefinitionen,

5. insbesondere in einem geänderten Verständnis des Kraftbegriffs und

6. im Zusammenhang von Wirbel, Rotation, Welle und Korpuskel.
 

Die Überlegungen hierzu führen unser Denken u.a. auf den Weg zur unverzichtbaren bestmöglichen Modellvorstellung im physikalischen Weltbild.
 
 

Hilfe 1:

Praktisches Wertungsdenken

Besonders häufig werden die eingangs beschriebenen Erkenntnisse über die Unerreichbarkeit der Wertungsextreme benötigt, weil in der Regel endliche menschliche Erfassungsbereiche im Spiel sind. Unpolarisierte Wertungen auf Null oder Unendlich sind dabei ,so gut wie‘ unmöglich. Es wäre aber auch ein gleichermaßen unerreichbares Extrem, deren ausnahmslose Unerreichbarkeit extrem festzuschreiben, denn es könnte Bezüge geben, unter denen die Extreme doch erreichbar sind, z.B. bei geschachtelten Wertungen. Eine Nutzanwendung praktischen Wertungsdenkes besteht darin zu vermeiden, über die menschlichen Erfassungsbereiche hinaus zu spekulieren. Zwar wird man weiterhin versuchen, Lücken im eigenen Weltbild durch Spekulation zu füllen, aber mehr auf eine klare Trennung von Wissen und Spekulation bedacht sein, so daß Selbsttäuschungen besser vermieden werden.
 

 

Als Beispiel für praktisches Wertungsdenken befassen wir uns mit dem Begriff ,,Bewegung". Wir werden sogleich Form und Ausmaß der Bewegung gegenüber dem übrigen wertungsmäßig hinterfragen. Es wurde bereits ausgeführt, daß extrem gerade Bewegungen von materiellen Objekten im Hinblick auf die Massenwirkung ausscheiden. Anderseits kann sich auch niemand etwas unter einer extrem gekrümmten Bewegung vorstellen. Wertungen auf diese beiden Extreme scheiden somit aus, ebenso wie die materiellen Wertungen auf die Extreme des Nichts und des Etwas. Der Begriff der Materie muß demnach auf einer Skala zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt sein. Dies entspricht einer Wertung der Raumfüllung, die - wie unter Hilfe 3 erläutert - im Hinblick auf ,,Löcher‘ polarisiert sein muß.
 
 

Eine Materiekonzentration, z.B. ein Gestirn, kann als ein vom übrigen abgegrenzter Körper, als in sich geschlossene unabhängige Bewegungsform, rotieren, oder aber als offene Bewegungsform mit weit ausgreifenden Armen wirbeln. Das Perpetuum mobile der extrem geschlossenen Bewegungsform ist ebenso unerreichbar wie die extrem offene Bewegungsform mit Wirbelarmen, die in die Unendlichkeit reichen. Aus dieser Sicht können wir auch nicht die Gegebenheit eines Ursubstrats erwarten, was durch den negativen Ausgang der Weltätherversuche bestätigt wurde. Aber auch die Unterstellung einer extremen Leere müssen wir verbannen, etwa als Umgebung eines Schöpfungsergebnisses ,Universum‘. Wir müssen schon vom praktischen Wertungsdenken her eingewurzelte Vorurteile aufgeben. Die Notwendigkeit dazu setzt sich über das gesamte physikalische Weltbild fort. Ein Zurück aus dem Zwang zum praktischen Wertungsdenken ist offenbar nicht möglich.

Hilfe 2:

Die ,,Löcherleitung"
 

Wer meint, daß massive Körper in der vermeintlich extremen Leere des Raumes problemlos verschiebbar seien, wird angesichts des Phänomens der Trägheit nachdenklich, sei es, daß er diese dem massiven Körper zuordnet, oder aber -widersinnig- als Eigenschaft der Leere, etwa im Sinne eines nicht nachzuweisenden Weltäthers, auffaßt.

Klarheit kommt erst in das Prinzip durch die ,,Löcherleitung", die zwar anfangs nur der elektromagnetischen Wechselwirkung zugeordnet wurde, aber offenbar auf alle Wechselwirkungen zu verallgemeinern ist. Der Begriff der Löcherleitung kam erst vor einigen Jahrzehnten auf, als es galt, eine Theorie für die zum Teil ungewohnten Eigenschaften der Transistoren und sonstiger Halbleiter zu schaffen. Eine Erklärung für deren Verhalten gab es nur durch die Unterstellung eines zum Elektronenstrom gegenläufigen Löcherstroms. Zum Strömen der Elektronen müssen zunächst Löcher geschaffen werden, die gerade so beschaffen sind, daß in jedem gerade ein Elektron Platz findet. Es ist zu folgern, daß entgegen dem Elektronenstrom spiegelbildlich ein Löcherstrom fließt. Die raumfüllungsnegativen Objekte werden als Defekt-Elektronen -im Sinne von fehlenden- bezeichnet. Der Verfasser hält die Bezeichnung ,Vakanz-Elektronen‘ für besser.

Unter dieser Anschauung ist die Raumfüllung polarisiert zu werten. Der Körperhaftigkeit der Elektronen kommt das positive Vorzeichen zu, was wahrnehmungsmäßig als ,Wirklichkeit‘ aufzufassen ist. Die Vakanz-Elektronen erhalten raumfüllungsmäßig das negative Vorzeichen und sind damit als ,Möglichkeit‘ zu verstehen, gerade je ein Elektron aufnehmen zu können. Bei Verallgemeinerung auf alle Wechselwirkungen kann auch ein nichtelektrisches Objekt wie ein Massekörper nur an einem Ort sein, an dem die Möglichkeit für seine Aufnahme, also sein Vakanzobjekt, gegeben ist. Dies wird noch näher erläutert.

Hilfe 3:

Die Polarisierung der Raumfüllung
 

 

Wenn auch das Grundlegende zur polarisierten Wertung der Raumfüllung schon im vorigen Abschnitt ausgeführt wurde, so blieb doch die Frage offen, worin die Raumfüllung überhaupt besteht, wenn es, wie aus den Versuchsergebnissen erkenntlich, ein Ursubstrat der Materie nicht gibt. Wenn Materie nur Strukturwirklichkeit und Materie-Vakanz nur Strukturmöglichkeit wäre, bliebe wiederum die Frage, was strukturiert ist, offen. Wir müssen uns den Hintergrund des Materiebegriffs neu erarbeiten oder ihn im Einsteinschen Sinne in die Mathematik verlagern.

Zunächst nur das Beispiel der Meereswelle:

Die Wellenberge aus Wasser haben offenbar mehr Raumfüllungspositivität als die Wellentäler aus Luft, wenngleich auch diese noch raumfüllungspositiv sind. Die innere Verkettung der Bausteine ist bei der flüssigen Zustandsform zweifellos größer als beim gasförmigen Zustand der Luft. Die Zustandsformen sind somit ein wichtiger Wertungshintergrund. Dagegen fehlt in raumfüllungsnegativen Bereichen eine analoge Erkennbarkeit von Struktur und Zustandsform. Wir können darum behaupten, das Raumfüllungsnegative sei nicht strukturiert, oder es fehle nur an der Erkennbarkeit dafür. Letzteres dürfte richtig sein, weil z.B. die freien Elektronenplätze im Atom zwar den Raum für verschiedene atomare Bausteine bieten, aber nur die Strukturanlagen für Elektronen haben.
 
 

Was mit der polarisierten Wertung der Raumfüllung gemeint ist, erfährt auch ein stationär im Wirbel positionierter Beobachter, der abwechselnd von einem raumfüllungspositiyen und einem raumfüllungsnegativen Wirbelarm eines Spiralnebels überlaufen wird. Sein Schreibgerät registriert die Raumfüllungswertung als Sinuskurve, die als abstrakt gelten muß. Aber ein Beobachter, der das Wellengeschehen am Meer beobachtet, sieht darin eine Realität. Mit einer Maßeinheit für diese Wertung haben wir es nicht leicht.

Hilfe 4:

Physikalische Begriffsdefinitionen
 

 

Seitdem man nicht mehr sagen kann, was Materie als Substanz ist und seitdem man mit der Ergründung eines Ursubstrats scheiterte, sind die Definitionen für unsere physikalischen Begriffe so ins Wanken geraten, daß schon Einstein den Welthintergrund nur noch mathematisch sah. Durch konsequentes Wertungsdenken setzt sich dieser Trend fort. Dagegen gibt es das schwerwiegende Argument, daß die Trägheit schon bei Einstein ,,übrig" geblieben war. Sie paßt nicht zu dem, was wir herkömmlich unter Mathematik verstehen. Einsteins mathematische Betrachtungsweise hat Absolutcharakter im Sinne von übergeordneter Denkweise, die uns Menschen mit unserem Relativdenken Schwierigkeiten bereitet. Die ,Fühlbarkeit‘ der Trägheit treibt uns auf den Boden der Relativität zurück. Das Fazit aus dieser Hilfe ist die Erkenntnis, daß wir mit Versuchen des Übergangs vom Relativen ins Absolute scheitern!
 

 

Hilfe 5:

Die Anschaulichkeit des Kraftbegriffs
 

 

In Einsteins mathematischer Denkweise ist der I<raftbegriff überflüssig, aber dennoch nicht aus der Physik zu verbannen. Man will wissen, ob z.B. die Planeten und Monde mit einem Medium ähnlich wie Hydraulik-Flüssigkeit beim Turbinen-Drehmomentwandler geführt werden, weil man der Mathematik dies nicht zutraut.
 
 

Die Definition des Kraftbegriffs wird sehr von der Auffassung über die Raumfüllung beeinflußt. Gegenwärtig haben wir wohl nur die Wahl, entweder Einsteins Gedanken zu folgen, oder ein Medium für die Führung der Himmelskörper zu finden. Nicht genug damit, es gilt, die Hintergründe von bisher fünf Wechselwirkungen aufzuklären, und vielleicht noch für viele weitere, die bisher noch nicht entdeckt sind. Vor allem fehlt die gemeinsame Feldtheorie für die Verknüpfung der Wechselwirkungen.
 

 

Hilfe 6:

Rotation - Wirbel - Welle - Korpuskel
 

 

Bei der Befassung mit dem physikalischen Weltbild sind

Rotation und Wirbel

sowie

Welle und Korpuskel

die wichtigsten Wertungspaare.
 
 

Von Rotation‘ sprechen wir, wenn bei der Drehbewegung um eine Achse ein endliches Zentrum besteht, in dem die innere Verkettung der sich verkettet drehenden Bewegungselemente extremnahe fest ist, so daß alle Punkte des Radius nahezu ständig eine extremnahe Gerade bilden. Ein extrem unendlich großes Objekt dieser Art ist unvorstellbar. Die starre Rotation risse an der Verkettungszone spontan ab, sofern keine Übergangsstufen flüssigen und gasförmigen Zustands sowie Plasma vorhanden wären, welche das im Zentrum rotierende Objekt letztlich wirbeln ließen und kräftemäßig führen würden. Da bei totaler Rotation kein Austausch von Bewegungselementen mit dem übrigen Universum stattfinden kann> beinhalten die Wirbelarme unter Zeitverlust den Transport von Bewegungselementen, sowohl absorbierend zum Zentrum hin als auch emittierend heraus. Ein solches Objekt ist gleichermaßen Speicher und Umformer.
 

Beim Wirbel bahnt sich im Innern unter der partiellen Gegenläufigkeit von Zu- und Abstrom eine Verkettungszone gestufter Zustandsformen zwischen fest und plasmaartig an. Bei der Begegnung von Zu- und Abstrom kommt es nicht nur zum Stau, sondern auch zu Kollisionen, durch die Untersysteme mehrerer Größenordnungen entstehen können. Unter der nach innen zu wachsenden Festigkeit, wird die Vorausbestimmbarkeit im Ablaufgeschehen erhöht, während nach außen zu die dem Wirbel eigene Unbestimmtheit bei loser werdender Verkettung zunimmt.
 
 
 

Das entworfene Korpuskelmodel 1 kann als kosmosumspannend gelten, sofern man hinsichtlich der steten Wiederholung der Zustandsformen und anderer Gegebenheiten keine genaue Übereinstimmung erwartet. So hat unser Planet Erde sicher eine Flüssigkeitsschale und eine Gashülle, aber die Zwischenstufen bis herab zum Gravitonenwirbel kennen wir nicht, Bei der Venus und anderen fehlt die Flüssigkeitsschale.—Beim Tiefdruckgebiet des Wetters oder bei einem Sandwirbelsturm sind noch andere Gegebenheiten zu beachten., und im Mikrobereich ganz besonders. Doch spricht man modellmäl3ig auch hier von Tröpfchen und Gaswolken.
 
 

Wenn man das Universum mit einem hydraulischen Drehmomentwandler vergleichen möchte, mül3te man mehr über den Übergang von einer Gashülle zum Gravitationswirbel wissen. Nach dem gegenwärtigen Wissensstand kann man entweder nur auf Trägerteilchen der Gravitation spekulieren, oder man muß Einsteins mathematischen Welthintergrund unterstellen. Für einen Gravitationswirbel ist es gleich, ob Gravitonen oder Mathematik wirbeln. Jedenfalls hat Kepler bereits den Gravitationswirbel unseres Sonnensystems und der Planeten in seinem 3.Gesetz beschrieben. Hier auf ist zurückzukommen.
 
 

Die Korpuskel erscheint uns raumfüllungspositiv in ihrem raumfüllunngsnegativen Loch, dem wir erst bei dem Versuch einer Verschiebung angesichts der Trägheit Beachtung schenken.
 
 

Wir können die Korpuskel und ihr negatives Gegenüber auch als Gebilde der Welleninterferenz beschreiben. Der Leser möge sich —auf der Suche nach Hilfen— anhand einschlägiger Fachliteratur mit dem Wesen der Welle, insbesondere mit ihrer Interferenz, beschäftigen und erkennen, daG die eine Halbwelle raumfüllungspositiv und die andere raumfüllungsnegativ ist. Im Zuge der Welle wird das unbekannte Was der Raumfüllung gegenüber den übrigen Rauminhalten gleichförmig fortschreitend vom jeweils raumfüllungspositiven in einen raumfüllungsnegativen umgefüllt. Die Welle ist somit ,,unterwegs befindlich" im Gegensatz zum korpuskularen Speicher. In ihm wird der wechselnde Halbwellenfluß zum Speicher und Vakanzspeicher ,,zusammengewickelt", wobei der zur Rotation gehörige Begriff ,,Wickeln" falsch ist. Für das entsprechende Gegenüber des Wirbels müGte ein neuer Begriff erst vom Korpuskelmodell hergeleitet werden. Die raumfüllungspositive Halbwelle führt im Speicher zu dem, was unseren Sinnen korpuskular erscheint, die negative hingegen zur Unterstellung der Vakanz von Korpuskularem, jedoch nicht zur extremen Leere. Die Einzelwelle ist eine Fiktion. Erkennbar sind nur Wellenzüge. —— Man stelle sich das Wellenwirken bei Interferenz vor! Jede interferiert mit anderen zu gesetzmäßigen Ergebnissen, die in der zuerst beschriebenen Version Korpuskeln und Vakanzkorpuskeln genannt werden. Korpuskel und Welle sind für unseren relativ gearteten Geist nur zwei unterschiedliche Erscheinungsformen des gleichen Phänomens, das wir begreifen wollen, ohne die Was—Frage der Materie beantworten zu können. Dem Materiebegriff steht in ähnlicher Weise der Energiebegriff gegenüber, dessen Wesen sich keineswegs mit der Definition erschöpft, Energie sei die Fähigkeit, Arbeit leisten zu können, etwa Arbeit an Materie, die nur Erscheinungsform einer Wechselwirkung ist?
 

Die dargestellten Hilfen mögen beim Durchdenken von Einzelproblemen nützlich sein. Darum anschließend ein Beispiel, an dem vielleicht Erkenntnisse zu gewinnen sind. Es geht um Photonen und Elektronen, die beim aktiven Schwingkreis in Feld— und damit Raumzustände um— und zurückgewandelt werden. Hier erkennt man, daß Photonen, die Träger der elektromagnetischen Wechselwirkung, trotz Bewegungsmasse keine ,,Etwas"—Geschöpfe in vermeintlicher Leere sind, sondern nur Erscheinungsformen ihrer Wechselwirkung. Bei Elektronen ist ebenfalls hiervon auszugehen, aber sie nehmen auch an der Gravitationswechselwirkung teil. Hier das Beispiel:
 

Beispiel aus der Elektrizitätslehre:

Um Gleichstrom fließen zu lassen, müssen von einer Stromquelle her Elektronen auf einem Leiter in Bewegung gesetzt werden. Sie fließen vom Minuspol der Quelle über den stromverbrauchenden Leiter zum Pluspol. Wichtig ist es zu wissen, daß dem Elektronenstrom ein ,,Löcherstrom" entgegenfließt, den wir Vakanzelektronenstrom nennen wollen. Aus diesem Modell folgt, daß ein als ruhend angenommenes Elektron räumlich mit dem Vakanzelektron identisch ist. Nur die Bewegung in Quelle und Leiter trennt beide. Polen wir den Strom periodisch um zum Wechselstrom, so wechseln Strom und Löcherleitung periodisch die Richtung, so daß man größte Mühe hat auszusagen, wo in einem bestimmten Augenblick sich das Elektron und wo sich das Vakanzelektron befindet. Wenn man das Elektron als positiv raumfüllend ansieht, kommt dem Vakanzelektron als ,,Loch" die negative Raumfüllung zu. In welchem Substrat sich das Loch befindet, das ein Elektron aufnehmen kann, läßt sich nicht sagen, weil alle Versuche, ein Ursubstrat nachzuweisen, fehlgeschlagen sind. Wir können daher nur aussagen, daß es sich beim elektrischen Strom um einen über einen elektrischen Leiter geführten Umfüllvorgang von Raumfüllungspositivität in Raumfüllungsnegativität und umgekehrt handelt. Die Verhältnisse, wo ist was, erscheinen uns chaotisch und mit den aus dem Makrobereich gewohnten Mitteln zur Vorausbestimmung nicht lösbar.
 

 

Dasjenige, was die Trennung von Elektron und Vakanzelektron bewirkt, nennen wir Ladung. Die Elemente einer Ladung sind Photonen, in denen wir die Trägerobiekte der elektromagnetischen Wechselwirkung sehen. Sie haben keine Ruhemasse, wohl aber Bewegungsmasse, wie der fotoelektrische Effekt beweist. Die massiven Elektronen gelten als Ladungsträger. Leider fehlt uns die rechte Modellvorstellung, das vermeintliche Etwas einer als Wolke gedachten Ladung vom massiven Körper eines Elektrons unterscheiden zu können, denn in beiden Fällen handelt es sich nur um substratlose Strukturen, die man — wenn überhaupt— nur mit geometrischen Mitteln beschreiben kann. Das ist unser Problem.

Bei mehr Befassung mit der Elektrizität stoßen wir auf die Phänomene von Kapazität und Induktivität, deren Einfluß auf das Geschehen als bekannt vorausgesetzt wird. Kapazität wird durch einen Kondensator realisiert, der aus einander gegenüberstehenden Platten mit einem isolierenden Dielektrikum zwischen diesen besteht und elektr. Ladungen speichern kann, während die Induktivität einer Spule durch deren Selbstinduktion, wenn sie vom Strom durchflossen wird, zum Aufbau eines Magnetfeldes um sie herum führt. Kondensator und Spule haben demnach gegensinnige Funktion, durch die man sie zum Aufbau eines Schwingkreises nutzen kann. Man schaltet beide parallel und kann dann den so gewonnenen Schwingkreis dazu anregen, die im Kondensator gespeicherte Ladung in ein Magnetfeld um die Spule umzuwandeln, während diese nach Entladung des Kondensators ihr Feld zusammenbrechen läßt und die Ladung im Kondensator wieder herstellt, so daß das Spiel von neuem beginnt. Die Periodenlänge richtet sich nach der in Farad zu messenden Kapazität des Kondensators und nach der Induktivität der Spule, gemessen in Henry. Die durch Anstoßen erreichte Schwingung ist nur gedämpft möglich, aber durch Zuschalten eines aktiven Bauelements wie Transistor oder Elektronenröhre kann man sie dauerhaft erhalten und bei hohen Frequenzen ohne Leiter über eine Antenne in den

—nicht nachweisbaren-- Äther abstrahlen. Dies wäre anschaulich, wenn man nicht fragen müßte, wie die Trägerfunktion des Elektrons für die aus Photonen bestehende Ladung vor sich geht und welche Rolle dabei dem isolierenden Dielektrikum zukommt. Man müßte dazu wissen, was die massive Struktur des Elektrons ausmacht und in welcher Struktur wir uns die Ladung vorzustellen haben. Diese Frage ist leider nicht erschöpfend zu beantworten. Dazu ein Ausblick am Schluß!
 
 

Wir wissen nur, daß die Ladung durch Photonen den Ladungsraum zum elektrischen Feld macht, dem das elektromagnetische Feld der Spule ebenfalls als Feldraum gegenübersteht. Der Raumbegriff ohne Feld ist nichtssagend, aber mit einem Feld wird er mit diesem identisch und erhält in seiner positiven oder negativen Füllung
 
 





Abschnitt 4

Physikalische Modellvorstellungen

Unmittelbare und entlehnte Modelle
 

Die sichtbaren Modelle liefern gute Anschaulichkeit für die im Makrobereich wichtigen Naturgesetze. Als Beispiel sei das Hebelgesetz
 
 

Kraft1/Kraft2 = Last2/Last1
 
 

genannt. Für das Verständnis der naturgesetzlichen Begriffsverknüpfung solcher unmittelbaren Modelle gibt es in der Regel keine Schwierigkeiten. Sie sind rational. Es stört kaum, daß sich Größen wie Kraft und Last nicht extrem genau messen lassen, wie es nach der geforderten extremen Gleichheit zwischen beiden Seiten der Gleichung nötig wäre.

Für die Anschaulichkeit im Mikrobereich gibt es leider so gut wie keine unmittelbaren Modelle. Sie müssen gewöhnlich dem Makrobereich entlehnt werden. So können Modelle aus dem Bereich der Gravitationswechselwirkung mit mehr oder weniger Übereinstimmung auf die Bereiche der anderen Wechselwirkungen übertragen werden. Modellmängel werden zwangsläufig in Kauf genommen. Man ist froh, wenn die entlehnten Modelle im wesentlichen das ,leisten", was man von ihnen erwartet.

Das folgende Beispiel vom Ohmschen Gesetz
Spannung/Strom = Widerstand
zeigt, wie man bei dem Versuch einer Modellübertragung vom Makro- in den Mikrobereich von der Realität in die Versinnbildlichung abgleiten kann. Es gibt sicher verschiedene entlehnte Darstellungsmöglichkeiten.
 
Wir denken uns ein mit Flüssigkeit gefülltes hohes Gefäß mit einem nach Möglichkeit veränderlichen Längsschlitz über die gesamte Wandungshöhe. Die Höhe des Flüssigkeitsstandes im Gefäß gegenüber dem Boden ,,versinnbildlicht" die Spannung, die Ausflußmenge aus dem Spalt die Stromstärke und die jeweils eingestellte Schlitzbreite den Widerstand oder -reziprok- den Leitwert.
Leider läßt das Modell nicht das Wirken einer Stromquelle erkennen. Es zeigt auch nicht richtig, wie dem mit Wasser versinnbildlichten Elektronenstrom ein Defektelektronen Strom entgegenfließt, wenngleich die ungeordnet zuströmende Luft dies andeutet. Im Modell, in dem das Wasser einfach abfließt und erneuert werden muß, ist nicht wie beim elektrischen Strom ein Kreislauf zu erkennen. Die Funktion geht von der Schwerkraft der Erde aus und nicht von einem Phänomen der elektromagnetischen Wechselwirkung. So ein Modell mag für die Elektrizitätslehre fundamental sein, aber an Realität ist es arm. In anderen Fällen ist es ebenso.
 
 
 
 

Strömungsmodelle
 
 

Strömungsmodelle können in vielen Variationen nützlich sein. Da ist der im Schwerkraftfeld der Erde in Gang gesetzte Wasserstrom, der Fluß, der bestrebt ist, hineingeworfene Schwimmkörper auf den Wert der Stromgeschwindigkeit hin zu beschleunigen oder auch, z.B. bei einem entgegengesetzt gerichteten Wurf, zu verzögern. Die Antwort auf die Warum-Frage kann man in unterschiedlichen Versionen geben, sowohl aus dem herkömmlichen physikalischen Denken als auch im Versuch kosmosumspannender Denkweise, wie folgt:
 
 

Die Bewegungselemente des Stroms sind korpuskulare eigendrehende Bewegungsformen in der Wertung zwischen Rotation und Wirbel. Ihr Wirbelanteil ist durch das Ausgreifen der Wirbelarme dafür offen, mit Wirbelarmen anderer Korpuskeln, also auch mit denen des Schwimmkörpers, in Wirkenszusammenhang zu geraten. Auf diese Weise wird der Schwimmkörper erfaßt und beschleunigt bzw. verzögert. Diese Vorstellungsweise möchte man gern verallgemeinern. Machen wir einen Versuch im Bereich der Gravitationswechselwirkung!
 

 

Beispiel: Gravitation

Vor Entwurf eines Modells muß ausgesagt werden können, was Gravitation ist bzw. auf was sie beruht. Der größte Denker auf diesem Gebiet hat uns gelehrt, daß es nach dem endgültig negativen Ausgang der Ätherwindversuche mit großer Sicherheit ein Ursubstrat im Sinne des Newtonschen Weltäthers nicht geben kann. Der Welthintergrund könne daher nur noch geometrischer Natur sein. Es gäbe gar keine Kräfte der Gravitation, sondern nur zwangsläufige Bewegungen wie auf einem Relief, so daß das Universum ein vierdimensionales Raum-/ Zeitkontinuum in ausschließlich geometrischer Raumstruktur sein müsse. Zum herkömmlichen Mathematikbegriff paßt es gar nicht gut, die Rolle eines Ursubstrats als Welthintergrund übertragen zu bekommen.

Andere Physiker halten Kleinstobjekte, die Gravitonen, für die Träger der Gravitationswechselwirkung. Auf diese könnte man ein Strömungsmodell weitaus besser anwenden. Unter Gravitonenströmen könnte man sich mehr vorstellen als unter strömender Geometrie. Leider gelang es bisher nicht, das Graviton oder irgendein anderes Trägerobiekt als für die Wechselwirkung der Gravitation maßgebend zu entdecken. Die Aussichten sind schlecht, weil unser Erfassungsbereich für Teilchen schon fast an die Grenze der Planckschen Elementarlänge heranreicht. So bliebe nur noch die Möglichkeit, die Gravitonen Jenseits dieser Schranke anzusiedeln, Jedoch ohne Entdeckungsmöglichkeit. Alles bliebe weiterhin Spekulation.

Dennoch ist es für unsere Modellanwendung ziemlich gleichgültig, ob die Gravitationkräfte auf Mitnahmebestreben im Strom von Gravitonen oder von Geometrie beruhen:

Die Kraft der Erdanziehung müßte nach dem Strömungsmodell mit Gravitonen- oder Geometriezustrom aus allen Richtungen senkrecht zur Erde zu identifizieren sein. Die Elemente des Gravitanenstroms wären sicher - wie andere auch- Bewegungsformen in der Wertung zwischen Rotation und Wirbel.
 
Die Wirbel des Gravitonenzustroms zur Erde erfassen offenbar mit ihren Wirbelarmen diejenigen der Fallkörperbausteine und erteilen so allen Stoffen -unabhängig von deren Dichte - dieselbe Fallbeschleunigung, wie es der Beobachtung beim freien Fall entspricht.

Aber auch die Zentrifugal- und Corioliskraft sind nach dem Strömungsmodell zu erklären und zwar als Abstrom. Lassen wir ein Schwungrad rotieren, so führen wir ihm zunächst beim Antrieb Energie zur Überwindung der Trägheit zu, die es als Zentrifugal- und Corioliskraft wieder herausgibt, wiederum unter dem Phänomen seiner Masse.
 
 
 
 

Strömung und Welle
 
 

Dem Strömungsmodell steht wertungsmäßig das Wellenmodell gegenüber. Für die Gravitation hat es weniger Bedeutung, weil uns Gravitationswellen kaum beschäftigen> wohl aber für den Elektromagnetismus, weil die elektromagnetische Welle für unser physikalisches Weltbild von allergrößter Bedeutung ist.
Während Strömen Mitführung, also Transport, beinhaltet, ist dies bei Wellen kaum der Fall. Jeder Seemann weiß, daß er mit Wellen allein zu keiner Bewegung über Grund kommt. Da aber die Extreme von Strömung und Welle wieder unerreichbar sind, ergibt sich:
Keine Welle gänzlich ohne Strömen, kein Strom gänzlich ohne Welle!
Entkleidet man die Welle gänzlich ihrer externen Strömungskomponente, so kommt man zum Modell des Pendelns, einer Welle ohne Fernwirkung wie das Schwappen im Wasserglas. Auch ein Vergleich mit dem mechanischen Pendel ist erlaubt. Das Wandlungsspiel der Quarks und Gluonen bei der starken Wechselwirkung ist wohl auch eine Art des Pendelns.
 
 

Das Wellenmodell
 
 

Intensitätswertungen lassen sich, sofern die Zahlengerade anwendbar ist, wie ausgeführt, als Linien und Flächen, also ein- und zweidimensional darstellen. Für solche Charts gibt es Linien- oder Balkengrafiken u.ä., eine Reihe von Ausführungsmöglichkeiten. Soweit keine Richtung im Raum besteht, sind es Skalare, die als räumliche Modelle nicht in Betracht kommen. Dagegen sind beispielsweise Wertungen von Kräften nur unter Angabe der Richtung im Feld Vektoren. In dieser Dreidimensionalität sind Vektoren in Feldern die Grundlage für unsere physikalischen Modellvorstellungen. Es sind Jedoch bisher nur fünf Arten von Feldern möglich, nämlich diejenigen der fünf bisher bekannten Wechselwirkungen. Sie erfüllen den relativen Raum und lassen auch mehr als drei Dimensionen zu. Eine Verschmelzung zu nur einem einzigen Raum- und damit Modellinhalt ist mangels gemeinsamer Feldtheorie nicht möglich. Wir haben daher fünf Modellarten für unsere Modellvorstellung nötig, entlehnen aber in der Regel alle Modelle dem Gravitationsgeschehen im Makrobereich. Die Modelle mögen zwar leisten, was man von ihnen erwartet, sind aber außerhalb des Makrobereichs schwach in ihrem Realitätsgehalt.

Wir sind durch den Versatz unserer Augen und perspektivisches Sehvermögen zu einer räumlichen Betrachtungsweise fähig, haben aber mit der geistigen Verarbeitung echter Dreidimensionalität unsere Probleme. Das Standardbeispiel ist die Welle:

Der erwähnte stationäre Beobachter im Wirbel wertet die polarisierte Raumfüllungsamplitude als einen Spannungszustand. Sein Schreiber registriert durch den Papiervorschub eine Sinuskurve als Kreisabwicklung. Eine solche Welle ist weitgehend gedacht und in dieser Version keine Welle, die man mit Meereswellen direkt vergleichen könnte. Um einen Feldzustand räumlich zu erkennen, genügt es nicht, wie im Beispiel Meereswellen mit einem Stereo-Blick auf das Raumfüllungspositive an der Trennfläche zum Negativen

die Veränderungen des Feldinhalts im Zeitablauf erfassen zu wollen, ganz abgesehen davon, daß wir vom Raumfüllungspositiven auch nicht alles wahrnehmen. Das gilt besonders für die elektromagnetischen Wellen. Wir müßten vielmehr im Feld möglichst viele Beobachter stationär postieren können und deren Werte des punktuellen Raumfüllungszustands als Matrix abfragen und im Zeitablauf zu einem ,Wandelbild‘ verarbeiten. Erst dann hätten wir ein weitgehend realistisches Abbild der Jeweiligen Verhältnisse im Feld, also ein Wellenmodell in euklidscher Metrik. Die Raumkrümmung fehlt noch. Außerdem ist es ein Bild des gesamten Wellengeschehens im Feld, das keine Analysierung auf Einzelwellen ermöglicht. Die Unterstellung einer Einzelwelle muß wohl zu den Fiktionen gezählt werden.
Wellen sind demnach periodische Umfüllvorgänge in der nach Wirklichkeit positiv und Möglichkeit negativ polarisierten Raumfüllung. Sie lassen sich auf wirbelnde Drehbewegungen zurückführen. Die Zentren der Wirbel gelten als die eigentlichen Umfüllobiekte wie Photonen, Gluonen und wohl auch Gravitonen. Während sich, wie noch erläutert werden wird, bei der Korpuskel im Zentrum eine Verkettung zeigt, durch die das Objekt unter Einfluß von Fortbewegung und Spin massiv wird, haben die genannten elementaren UmfüllobJekte offenbar keine oder eine nur sehr geringe Verkettung in ihren Zentren und damit keine oder kaum Ruhemasse. Dann halten sich Raumfüllungspositivität und -negativität die Waage.
Das Strömen der Umfüllung können wir nur den Wirbelarmen zuordnen. Wären nur zwei Objekte gegeben, müßten wir uns den Austausch entsprechend einem Hin- und Herwickeln des Positiven unter gegenläufiger Strömung des Negativen vorstellen, was einem Schwappen im Wasserglas ähnelt. Am Wellengeschehen sind dagegen stets viele Systeme beteiligt, so daß von einem System zum anderen ,weitergewickelt‘ wird. Der Ausdruck Wickeln‘ ist allerdings nicht ganz korrekt, weil es beim Wirbeln kein Spulen nach Haspelart geben kann. Dies wird nun an einem Garnrollenmodell erläutert.
 
 

Das Garnrollenmodell
 
 

Wie beschrieben, wird der stationäre Beobachter eines Wirbels periodisch von einem füllungspositiven und einem füllungsnegativen Arm überlaufen. Darüber hinaus bemerkt er in den positiven Armen einen Transportvorgang der Wirklichkeit, kann aber für den negativen Arm nur eine Möglichkeit dafür unterstellen. Ein positiver Zustrom wird mit einem negativen zusammengewickelt" und in Wendeschleife im Zentrum zum positiv/negativen Abstrom gewandelt, der Jedoch nicht extrem die entgegengesetzte Wirbelform haben muß.
 
 

Da die positive Wirklichkeit nur in Bereiche negativer Möglichkeit ,,wickelnd" verschoben werden kann, sprechen wir von Umfüllungsvorgängen in der Raumfüllungspolarität. Ein Garnrollenmodell ist für das Verständnis hilfreich: Für eine Umfüllung benötigen wir zwei in Wickelzusammenhang stehende Garnrollen, eine volle und damit raumfüllungspositive und eine negative leere. Beim Umfüllen wird die Polarität getauscht. Mittler des Positiven ist im Modell ein Faden der Wirklichkeit. Diesem muß bei Trägheit, d.h. Gesamtausfüllung, ein Vakanzfaden der Möglichkeit entgegenlaufen. Im Modell wird dieser durch die Luft versinnbildlicht, die von der leeren Rolle beim Füllen abströmen muß. Sie hält sich im Modell in der Vakanz nicht an die Fadenform. Während in der Wirklichkeit die Struktur -z.B. eines Fadens- zum Ausdruck kommt, ist die Anpassungsfähigkeit das Kennzeichen der Möglichkeit.
 
 

Zwischen zwei Rollen kann nur hin- und hergewickelt werden. Dies entspricht einem Pendelvorgang entsprechend dem Schwappen im Wasserglas. Für sich ausbreitende Wellen muß auf immer neue Rollen weitergewickelt werden. Der Beobachter registriert das periodische Umfüllen als weitgehend abstrakte

-also nur gedachte- Wellen mit positiver und negativer Halbwelle. Erkennbare Wellenwirklichkeit bieten Jedoch nur die raumfüllungspositiven Bereiche des Wellengeschehens, nicht die Einzelwelle, sondern der Gesamtüberblick wie am Meer. -Nun zu den Begriffen von Wirklichkeit und Möglichkeit:
 
 

Im Garnrollenmodell hängt die Menge Garn, das Quant, das ein Wickelraum faßt, von der Wickelordnung ab. Bei Windung neben Windung und Lage über Lage besteht wohl die größtmögliche Strukturdichte. Bei Kreuzwicklung und anderen typmäßig beschreibbaren Wickelarten ist sie zumeist geringer. Bei Vorgabe einer bestimmten Ordnung läßt sich die unterbringbare Garnmenge vorausbestimmen, aber bei ungeordneter Wickelweise ist dies kaum, höchstens intervallmäßig angenähert, möglich. Für das Wirbelwickelsystem gelten andere Gesetzmäßigkeiten.
 
 

Wichtig ist zu erkennen, daß in unserem Modell die raumfüllungspositive Rolle für uns im Vergleich mit unserer eigenen Korpuskularität eine korpuskulare Struktur der Wirklichkeit hat. Die leere Rolle läßt keine Struktur erkennen, bietet aber die Möglichkeit für die Aufnahme oder Entwicklung einer korpuskularen Struktur der Wirklichkeit, allerdings nur mit einem begrenzten Spielraum, der im Einzelfall offenbar recht verschieden ist. Bei der schon angesprochenen Löcherleitung erscheint er relativ eng, so daß die Elektronen und Defekt-oder Vakanzelektronen etwa so genau einander entsprechen wie die vakanten Plätze für Hüllenelektronen im Atom. Es können nur Elektronen, aber keine sonstigen Elementarteilchen aufgenommen werden. Diese strengen Verhältnisse haben Bedeutung für die Wertigkeit der Elemente.
 
 

Nachzutragen ist noch, daß wir der Welle eine Ausbreitungsrichtung zuordnen. Wir unterstellen für ihre Herkunft eine Quelle, die emittiert, wenn außerhalb der Quelle die Möglichkeit für die Ausbreitung gegeben ist. In solchem Fall geben wir der Emission die Priorität. Umgekehrt absorbiert beispielsweise ein Schwingkreis Wellen bestimmter Frequenz und gibt somit Priorität für die Möglichkeit der Wellenaufnahme. Damit geht eine Betrachtungsweise im Hinblick auf die Energieverlagerung einher, nach der wir der Emission eine Energieabgabe als Überschuß und der Absorption einen Energieunterschuß, d.h. die Möglichkeit zur Auffüllung, zuordnen. Die Struktur der Wirklichkeit beinhaltet demnach viel Energie, die Möglichkeit hingegen Mangel, sofern wir unsere Definition des Energiebegriffs nicht polarisieren wollen.
 
 
 
 

Das Korpuskelmodell
 
 

Ausgangsmodell sei ein -in seiner Bewegungswertung extremnaher- Wirbel mit raumfüllungspositiven und -negativen Wirbelarmen, die weitgehend extrem in die Unendlichkeit ausgreifen würden, gäbe es nicht eine Begrenzung durch die Nachbarwirbel. Ein Einzelwirbel wäre ohne das übrige Universum ohne Wirkenszusammenhang und darum undenkbar. Durch die Unterstellung einer räumlichen Begrenzung wird der Wirbel für den Beobachter zum System in Raum und Zeit. Er erkennt, daß ein solches global in seiner Raumfüllung beziehungsweise Füllmöglichkeit in sich ausgeglichen ist. Darum zeigt es im Verhältnis zum übrigen keine Ruhemasse, wie man es vom Photon und Gluon her kennt und für das noch spekulative Graviton und andere Umfüllobiekte unterstellen möchte. An dieser Stelle wird bei Darstellung des Welthintergrundes angeknüpft.
 
 

Korpuskelmodelle der Wirklichkeit haben hingegen stets mehr Raumfüllungspositivität als -negativität und darum stets Ruhe- und Bewegungsmasse. Die korpuskulare Wirklichkeit stellt sich uns in einer größenordnungsmäßigen Bausteinreihe von der Planckschen Elementarlänge bis in die gerade noch erfaßbaren astronomischen Größenordnungen dar. Wer von der kontinuierlichen Durchgängigkeit im Kosmos überzeugt ist, wird den ursprünglich nur für den Mikrokosmos angewandten Korpuskelbegriff für alle erfaßbaren Größenordnungen gebrauchen.
 
 

Der Hintergrund für die größenordnungsmäßige Bausteinreihe im Kosmos ist das Bestreben der inneren Verkettung. Die Korpuskeln sind - unter Ausschluß der Extreme- zwischen Rotation und Wirbel zu werten. Wir können uns durchaus am Primitivmodell eines Sandwirbelsturms orientieren:

Beim Wirbelsturm strömt aus der Umgebung rundum Luft zu einem Zentrum zusammen, die Sand nach dem Strömungsmodell mitführend beschleunigt. In der Kraft zum Zentrum hin sieht der Beobachter das Wirken von Schwerkraft. Eingelagerte Steine wären Beispiele für den freien Fall. Im Wirbelzentrum muß
 
 

es unter der Auswirkung der von allen Seiten wirksamen Kraft zu einer Verdichtung, zu einem Stau, kommen, den der Beobachter als Speicher auffaßt. Er ist nicht beliebig aufnahmefähig; es kommt vielmehr nach einer Wendeschleife am ,,ruhigen Auge" des Wirbels zu einer Abstrombeschleunigung im Gegenüber zur Abremsung im Stau des Zustroms. Der Beobachter beschreibt uns, daß der Abstrom dem Zustrom nicht genau entgegengerichtet sei, sondern mehr äquatorial. Er zerlegt die Bewegung nach den Komponenten von Zentrifugal- und Corioliskraft und versucht, eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen der Zustrom- mit den Abstromteilchen zu machen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zentrumnahe größer als weiter entfernt. In solchen totalen oder auch nur bahnverwerfenden Wahrscheinlichkeitsbegegnungen, bei denen das Wesen des Wirbels maßgebend ist, haben wir auch das Aufkommen der Verkettungsneigung zu suchen. Kollidierte Elementarpartikel verselbständigen sich zu größeren ,Unterwirbeln", diese nach Kollision wieder zu solchen der nächsten Größenordnung usw. Alle Unterwirbel einer Stufe bilden eine höhere Zustandsform, angefangen beim losesten Plasmazustand, über den gasförmigen und flüssigen bis zum festen Zustand. Dabei ändert sich auch die Bewegungswertung gestuft vom Wirbel zur weitgehenden Rotation der Festkörper. Außerdem haben die Unterwirbel einen ihrer Zustandsform entsprechenden höheren Speicherungsgrad. In anderer Betrachtungsweise können wir behaupten, daß die Natur durch die Verkettungsspeicherung zum Raumfüllungspositiven ihre Raumbedarfprobleme löse. Dies ist wichtig, wenn man die Möglichkeit der extremen Leere verbannt und nach dem Hintergrund der Trägheit sucht.
 
 

Die Zustandsformen gasförmig, flüssig und fest, die herkömmlich mit den Freiheitsgraden der Konstituenten erklärt werden, wiederholen sich offenbar im Mikrokosmos, wenn auch wohl nicht genau übereinstimmend. Man kennt das Tröpfchen und das Gaswolkenmodell und unterstellt auch festes. Ein kosmosumspannender Wirkenszusammenhang über die Zustandsformen hinweg gilt als sicher. So könnten z.B. Himmelskörper von Gravitonenströmen über eine Reihe von Verkettungsstufen hinweg auf ihren Bahnen geführt werden.
 
 
 
 

Die Kraftübertragung
 
 

Zumindest seit Newtons Weltätheridee hat man heftig darüber gestritten, auf welche Art beispielsweise Planeten und Monde usw. auf ihren Bahnen geführt werden, aber auch alle anderen Objekte, die in einer der fünf bekannten Wechselwirkungen Kraftentfaltung zeigen. Die Frage wurde noch wichtiger, seit man die Existenz eines Ursubstrats aufgeben mußte. In logischer Konsequenz postulierte Einstein, daß der Welthintergrund, über den doch die Kraftübertragung erfolgen müsse, ausschließlich geometrischer Natur sein könne, auch wenn wir nicht geneigt sind, der Mathematik eine physikalische Rolle mit innewohnender Trägheit zuzutrauen. Dennoch ist das Mißtrauen, daß wir die Gegebenheiten falsch einschätzen, geblieben.
 
 

Gerade konnten wir darauf schließen, daß die Korpuskelmeere in den verschiedenen Verkettungsformen der Aggregatzustände miteinander in Wirkenszusammenhang stehen müssen. Dies bedeutet doch, daß die Gesamtheit der Trägerobiekte jeder Wechselwirkung für den betreffenden Erscheinungskomplex einen Weltäther - wenn auch nicht nach Newtons Vorstellung - bildet. Es muß daher möglich sein, von der kleinen Größenordnung, beispielsweise des Gravitons, her große korpuskulare Systeme wie Himmelskörper zu führen. Der weitgehend feste, in Rotation befindliche Kern würde unter dieser Denkweise über mehrere Stufen fester werdender Zustandsformen geführt, was näher begründet werden soll.
 
 

Der Gedanke, daß das Universum eine riesige Maschine mit konstantem Energiegehalt und ausgeglichener Energiebilanz sei, ist schon mehrfach durchgespielt worden. Wegen der Abgrenzungsprobleme für das Universum ist kaum auf eine Bestätigung zu hoffen, aber die kräftemäßige Führung über die Zustandsformen hinweg muß deshalb nicht infrage gestellt werden. Wir werden das 3.Kepler-Gesetz unter diesem Aspekt betrachten. Allerdings sollte man zuvor das Gegenüber zur Korpuskelmaschinerie betrachten: Jede Korpuskel kann auch als Gebilde von Welleninterferenz aufgefaßt werden.
 
 

Die Welleninterferenz

Wellenvorgänge sind das Ergebnis periodischer Umfüllvorgänge im Wechsel von Raumfüllungspositivem mit Raumfüllungsnegativem. Ohne Fortbewegung sprechen wir vom Pendeln. Wellen, die sich im Raum begegnen, geraten miteinander in Wirkenszusammenhang. Der örtliche positive oder negative Füllungsstatus kann sich unter der Begegnung. die man Interferenz nennt, verstärken, abschwächen oder gar auslöschen. Die Interferenz läßt auch in Addition und Subtraktion neue Frequenzen entstehen, die ebenfalls am Interferenzspiel teilnehmen. Im Fortschreiten der Wellen wird Energie transportiert, während stehende Wellen als Speicher gelten. Sieht man in der raumfüllungspositiven Halbwelle Wirklichkeit, so beinhaltet die negative ein streng angepaßtes Gegenüber der Möglichkeit. Unter dieser Balance von positiver und negativer Halbwelle hat kein Umfüllungsobjekt an der Welle (Photon oder Gluon) Masse. Diese zeigt sich erst unter der Zerstörung des Objekts, etwa beim Aufprall im fotoelektrischen Effekt und wird dann -bei nicht vorhandener Ruhemasse- Bewegungsmasse genannt. Die losgelöste raumfüllungspositive Komponente ist gegenüber der negativen erkennbare Wirklichkeit. Deshalb werden die Begriffe von Masse und Materie oft gleichgesetzt. Unter diesem Zusammenhang wird deutlich, daß nur beide Betrachtungsweisen, die der Materie und Energie einerseits und der Welle anderseits, die optimale Beschreibung eines Objekts gewährleisten. In der Darstellung des Universums als Materieorganisation und Gebilde der Welleninterferenz liegt somit kein Gegensatz.
 
 

Diese Denkweise hat zur Folge, daß man das Universum nicht nur als gigantische "Maschine" der materiellen Schachtelung mit Bewegungsgesetzmäßigkeiten auffassen kann, sondern auch als Kontinuum der Welleninterferenz. So, wie für die Materieteilchen die Kräfte der Wechselwirkungen ablaufbestimmend sind, verhalten sich die Wellen nach den Spielregeln der Interferenz. Man kann sich keine erste als Ausgang und keine letzte, die nicht mehr weiterinterferiert, vorstellen. Doch nun zu Keplers Anschauungsbeispiel für ein Sonnen-PlanetenMondesystem, das verallgemeinerbar ist:
 

Die Variante des 3.Kepler-Gesetzes

Das 3.Kepler-Gesetz lautet:

Umlaufzeit12            Sonnenabstand13

--------------------   =    --------------------------

Umlaufzeit22         Sonnenabstand23
 
Das Verhältnis der Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten ist den dritten Potenzen ihrer Sonnenabstände direkt proportional.

Von Kepler ist dazu keine Modellvorstellung überliefert. Im Falle eines Wirbels um die Sonne dürften die Planeten nicht wie bei der Rotation mit gleicher Umlauffrequenz auf den Radiuspunkten ihrer Bahnen die Sonne umkreisen. Mit zunehmendem Abstand müßten die Planeten bei ihrem Sonnenumlauf zurückbleiben. Genau das besagt das 3.Kepler-Gesetz.

Wir müßten es für eine bessere Anschaulichkeit auf die Begriffe Bahnlängen und Geschwindigkeiten umstellen. Für uns genügt die Idealisierung auf Kreisbahnen. Bahnlängen und Sonnenabstände sind so proportional, und Geschwindigkeit ist gleich Weg/Zeit. Dann erhalten wir:

Bahnlänge1         Geschwindigkeit22

-----------------    =   ---------------------------

Bahnlänge2         Geschwindigkeit12
 
 

Die umgekehrte Proportionalität des Bahnlängenverhältnisses zweier Planeten zu ihren Geschwindigkeitsquadraten bedeutet das erwartete Zurückbleiben der Radiuspunkte nach außen hin, oder - bei gedachter Ausfüllung des Trabantenraums- die Bewegungsform des Wirbels um die Sonne, um jeden Planeten und auch um jeden Mond, wobei die Trabanten -in herkömmlicher Sprache- in einer Balance von schwerer und träger Masse um ihr Hauptgestirn "schwimmen". Die Planetenbahnen sind demnach Rotationseinlagen im Wirbelsystem. Damit haben wir eine Kombinationsart von Rotation und Wirbel.

Die Titus-Bode-Reihe

Nach dem 3.Kepler-Gesetz könnte man erwarten, daß beliebig viele Planetenbahnen im Bereich des Sonnensystems möglich wären. Die nach ihren Entdeckern benannte Titus-Bode-Reihe belehrt uns eines besseren:
 
 

Etwa von der Bahn des innersten Planeten an verdoppelt sich der Abstand von Bahn zu Bahn nach außen hin:

Merkur-Venus-Bahn =     1 Abstandseinheit
Erdbahn =                      2 Abstandseinheiten
Marsbahn =                    4
Asteroiden <rechnerisch) = 8
Jupiterbahn =                16
Saturnbahn =                32
Uranusbahn =               64

Für Neptun und Pluto stimmt die Reihe nicht mehr, vermutlich, weil benachbarte Sonnensysteme wirbelverkettend von Einfluß sind.

Der innerste Trabant hat wie unser Erdenmond oft dieselbe Umlauf- wie Umdrehungszeit. Möglicherweise trennt die Bahn des innersten Trabanten die ,Rotationszone" des Systems von der ,,Wirbelzone‘. Andernfalls würde die Reihe beim Hauptgestirn beginnen.

Am Jupiter mit seinen vielen Monden läßt sich die Richtigkeit der Titus-Bode-Reihe besonders gut erproben. Aber für die Elektronenschalen im Atom taugt sie nicht. Doch auch hier gibt es nicht beliebig viele Schalen. Man spricht vom Pauli -Verbot.

Eine Erklärung der Titus-Bode-Reihe folgt aus dem Garnrollenmodell: Die Wirbelarme des Zu- und Abstroms begegnen einander unter Verzögerung bzw. Beschleunigung in Phasen verschiedener Füllungspolarität. Die Planeten auf den Bahnen nach der Titus-Bode-Reihe sind somit Interferenzergebnis.
 
 



Abschnitt 5

Der Welthintergrund


 




Die Ätherwindversuche
 
 

Newton war der Meinung, daß die Zentrifugal- und Corioliskraft gegenüber irgendetwas auftreten müßten. Er unterstellte dafür einen stationären Weltäther mit Trägheit. Dieser könnte auch den elektromagnetischen Wellen als Medium dienen.
 
 

Man versuchte, den Äther mit Versuchsanordnungen in allen denkbaren Größenordnungen mit Hilfe des zu erwartenden Doppler-Effekts wie beim Schall nachzuweisen. Jeder kennt diese Erscheinung von einem heulenden Wagen. Während die Tonhöhe im Stillstand konstant ist, verändert sie sich beim Nähern und Entfernen des Wagens. Der Einfluß der Relativbewegung auf die Schallwellen läßt sich leicht aufzeigen.
 
 

Für den Nachweis des Doppler-Effekts beim Licht benutzte man schwenkbare Versuchsanordnungen mit halbdurchlässigem Spiegel, um die Frequenzen beider Strahlengänge vergleichen zu können. Von der Anzeige auf einem Interferenzstreifen erwartete man mit Recht hohe Genauigkeit. Kein einziger von diesen Versuchen fiel positiv aus. Damit war gegen den Newtonschen Weltäther entschieden. Andere versuchten es noch mit unterschiedlichen Ätherversionen, teilweise mit den Gestirnen mitgeführt. Erfolg hatte keiner.
 
 

In dieser Misere hatte Einsteins Version fruchtbaren Boden:

Die Zentrifugal- und Corioliskraft müßten gegenüber den übrigen Massen der Welt auftreten. Man habe das Universum als vierdimensionales Raum-/Zeitkontinuum aufzufassen. Der Welthintergrund sei ausschließlich geometrischer Natur. Die Bewegungsvorgänge sollten zwanglos wie auf einem Relief ablaufen, ohne daß es noch des Kraftbegriffs bedürfe. Einen Mittler von Kräften in Gestalt eines Ursubstrats hatte man ja nun nicht mehr. Sicher gibt es eine ganze Reihe kritischer Argumente dagegen und man fragte immer wieder, ob man das negative Ergebnis der Ätherwindversuche auch richtig beurteilt habe.
 
 

Die Ätherwindversuche von Michelson, Morley und anderen waren ausnahmslos mit einer schwenkbaren Versuchsanordnung, in Translation, wie man sagt, durchgeführt worden. Sie führten in allen realisierbaren Größenordnungen zu einem mit sehr großer Sicherheit völlig negativen Ergebnis. Nur ein Versuch, der nicht in Translation, sondern mit einer rotierenden Versuchsanordnung von dem Physiker Sagnac durchgeführt wurde, hatte ein positives Ergebnis. Allerdings wurde es zur herrschenden Meinung, daß eine rotierende Anordnung kaum zum Nachweis eines Weltäthers I~ewtonscher Prägung geeignet sein könne. Der positive Ausgang beweise nicht mehr als das Auftreten der Zentrifugal- und Corioliskraft selbst. Dies ist jedoch keineswegs selbstverständlich, sondern kann durchaus so interpretiert werden, daß der Sagnac-Versuch den ersten Nachweis für das Auftreten von Gravitonenströmen erbracht hat. Sie sind bei Beschleunigung und Verzögerung erkennbar, aber bei der zu erwartenden Mitführung in gleichförmiger Bewegung nicht. Einen stationären Äther, wie ihn sich Newton vorstellte, gibt es nicht und auch kein Ursubstrat absoluter Art. Die bekannten Wechselwirkungen haben ihre Trägerobjekte, von denen leider das wichtigste, das Graviton, noch nicht bekannt ist. Wir können es nur etwa in der Größenordnung der Planckschen Elementarlänge vermuten. Mit den heutigen Mitteln kann es dort kaum entdeckt werden.
 
 

Aus allem folgt, daß nach wie vor nicht von einem Ursubstratteilchen die Rede sein kann. Die Größenordnungsstufen verlaufen sich in Richtung auf das Nullextrem etwa bei der Planckschen Elementarlänge in die Homogenität, wenn man von der relativen Betrachtungsweise ausgeht. Jenseits beginnt, wie schon erwähnt, für uns das Absolute, in dem es keinerlei Erfassungsmöglichkeit gibt. Masse und Energie sind nur ineinander wandelbare Ausdrucksformen des gleichen Phänomens. Dies bestätigt auch Einsteins      E = mc2.

Wenn man das c-Quadrat auflöst, erhält man E/c = m*c,

also die Umkehrung.

Merkwürdigkeiten
 

Aufgrund der vorangegangenen Überlegungen mag der Eindruck entstehen, daß kosmosumspannend überall und immer wieder nach denselben Rezepten gekocht werde, daß es bei den Naturkonstanten wie der Lichtgeschwindigkeit c und vielen weiteren keine Abweichung geben könne und daß Abweichungen vom Gewohnten unmöglich seien. Aber auch dies ist im Wertungssinne ein unerreichbares Extrem. Es gibt ohne Zweifel auch einzelne Merkwürdigkeiten, die nicht ins Schema passen.

Die sogenannten Strings gelten als die am schwersten erklärbaren Gebilde. Der Übersetzung nach sind es Saiten, also sehr lange Gebilde im Vergleich zum Durchmesser. Von ihnen gehen ungeheure Kraftwirkungen aus, welche die aller anderen kosmischen Objekte weit übertreffen. Es gibt sie offenbar sowohl in astronomischen Größen als auch im Mikrokosmos. Korpuskulare Objekte sind es sicher nicht, aber auch keine Wellen. Die hier angebotenen Modellvorstellungen treffen auf Strings kaum zu. Man ist noch ratlos.
 
 In der Welt des kleinen taucht seit einiger Zeit der Begriff ,strangeness‘ auf, also Seltsamkeit, eine Quantenzahl, mit deren negativem Wert man angibt, wieviel s-Quarks ein Zustand enthält. Auch die Quantenzahl charme‘ kennzeichnet eine solche Merkwürdigkeit.
 
Für alle Größenordnungen stellt man sich die Frage, ob bei Spiegelung extrem immer nur eine Dimension umgekehrt wird. Man urteilt danach oft, ob Sein oder Schein vorliegt. Aus unserer Welt des großen sind wir an Vorausbestimmbarkeit gewöhnt, haben aber dennoch damit zu rechnen, daß das Extrem der Bestimmtheit wertungmäßig ausscheidet. Immerhin lehrt uns der Mikrokosmos, wie wenig bestimmt Naturgeschehen sein kann.
 

Merkwürdigkeiten gibt es sicher noch viele weitere, so daß wenig Aussicht besteht, alles in unser Weltbild einbegreifen zu können.
 
 
 
 

Der Raum

Im ersten Abschnitt Kosmos contra Mathematik sollte mit dem Beispiel, Bausteine zu einem Objekt anzuhäufen, eine Vorschau auf das Wesen einer Korpuskel gegeben werden, die einen Raum einnimmt. Es zeigte sich ein Unterschied zwischen dem Raumbegriff im Kosmos und dem Raumdenken des Mathematikers. Ein kosmisches AnhäufungsobjekU, eine Korpuskel beliebiger Größenordnung, ist als positive Raumfüllung für uns Realität, eine Konkretisierung unseres Raumbegriff s. In fast allen sonstigen Anwendungen des Raumbegriffs liegt Abstraktion vor, bloße räumliche Denkweise ohne Realität, aber mathematisch fundiert:

Der Makro-Raum

In unserer größenordnungsmäßig nahen Umgebung besteht ein in den drei mathematischen Raumdimensionen begrenzter, stets endlicher Innenraum - gefüllt oder auch vermeintlich leer - innerhalb eines ebenfalls begrenzten oder auch nicht begrenzten Außenraums. Es können mehrere Räume ineinander geschachtelt sein. Wir denken dabei an die größenordnungsmäßige Bausteinschachtelung des Universums. Das wesentlichste Merkmal des Makro-Raums ist seine weitestgehende Begrenzung gegenüber dem ,Obrigen. Kosmosumspannend, etwa bei einem anhäufenden Baustein aus Bausteinen kleinerer Größenordnung, ist eine Begrenzung entsprechend dem Modell nur angenähert denkbar, aber im Makrobereich sind wir von extremer Begrenzbarkeit überzeugt. Mit Festkörperbausteinen in totaler Verkettung ist jede Begrenzung realisierbar und insofern konkret, aber eben nur im Bereich der Festkörperphysik. Denken wir uns das Baumaterial für einen Raum fort, besteht er nur noch aus abstrakten Grenzflächen und diese wieder aus Linien. - Sie sind mathematisch aus extrem dimensionslosen Punkten zusammengesetzt, so daß zwischen zwei dimensionslosen Punkten unendlich viele weitere unterzubringen wären, wobei der ganze Raum ,auch nur‘ aus unendlich vielen Punkten bestehen müßte. Fehlt einem Außenraum die äußere Begrenzung, wäre er unendlich und somit ohne Begrenzung kein Raum!
 
 

Der Unvoreingenommene wird diese Argumentation als Schwachsinn verwerfen und entgegnen, daß man sehr wohl Würfel oder Kugeln usw. in Schichten als Realität in eine Kiste packen könne, sei es als Reihe eindimensional, flächig zweidimensional oder Schicht auf Schicht, also dreidimensional. Es sei aber dem Menschen kaum möglich, Kleinstbausteine zu einem großen nach dem Korpuskelmodell in einer Wirbel-/Rotationsbewegung kugelähnlich anzuhäufen. Das sei ein Pluspunkt für die Mathematik oder ein Minuspunkt für die dargelegte Auffassung vom kosmischen Geschehen.
 
 

In der Tat rührt die Meinung vom dimensionslosen Punkt daher, daß der Mathematiker oft die Grenzen unserer Erfassungsbereiche nicht respektiert. Ein dimensionsloser Punkt wäre auch mit einem Elektronenmikroskop nicht wahrnehmbar. Als Realität gibt es ihn nicht. Solange er größer wäre als die Plancksche Elementarlänge, hätte man theoretisch Aussicht, ihn mit einem hochauflösenden Gerät wahrzunehmen, aber extrem dimensionslos hat er keine Realität.
 
 
 
 

Der Mikro-Raum

Da sich die Korpuskeln im Mikro-Bereich nicht wie Makrobausteine einsperren lassen, steht es um die Realisierung von Raumbegrenzungen im Mikro-Bereich schlecht. Dennoch wendet man auch hier den Raumbegriff an, um die Volumina von Korpuskeln anzugeben. Man muß jedoch in Kauf nehmen, daß die Begrenzung des Anhäufungsobjekts ,Korpuskel‘ gegenüber dem übrigen nicht extrem scharf sein kann. Sie wäre es, wenn die Korpuskel extrem rotieren würde wie ein in sich total verketteter Festkörper. Bei diesem Anhäufungsmodell ist jedoch Wirbelwirken in Spiel, das die Anhäufung überhaupt erst ermöglicht. Durch die Verkettung in Achsnähe geht die Wirbelbewegung weitgehend in Rotation über, so daß man Zustandsformen wie im Makro-Bereich unterstellen kann. Die Physiker wenden im Mikro-Bereich bei Bedarf ein Tröpfchenund ein Gaswolkenmodell an. Im Mikro-Raum hat das Wirbelwirken weit größere Bedeutung als im Makro-Raum!
 
 

Der Feldraum

Der Makro-Raum mit Modell ,Kiste‘ und der Mikro-Raum mit Modell ,anhäufende Kugel‘ oder Korpuskel sind mehr oder weniger perfekt abgegrenzte Innenräume innerhalb eines Außenraums. Hat man für den Innenraum ein Koordinatensystem mit drei Dimensionen für die Orientierung gefunden, möchte man dieses auch auf den Außenraum ausdehnen. Für die Abstraktion hat man mit der Euklidschen Metrik keine Probleme, aber, sobald man den abstrakten Raum zum Feld einer der fünf Wechselwirkungen werden läßt, gibt es Schwierigkeiten, weil sich beispielsweise eine Gerade im Kosmos nicht mit einem Lichtstrahl realisieren läßt. Die Photonen des Lichtstrahls haben Masse und wechelwirken darum mit anderen Massen im Gravitationsfeld. Solche Phänomene sind auch für die anderen Wechselwirkungen zu erwarten. Da ein rein mathematischer Raum ohne Verbindung mit Gravitation und Elektromagnetismus keine Realität beinhalten kann, muß man sich entscheiden, ob man im Abstrakten verharren, oder ob man den Raum als Feldraum einer Wechselwirkung konkretisieren will. Im letzteren Fall muß man die Abirrung des Lichtstrahls unter Massenwirkung als Raumeigenschaft auffassen, wie Einstein es tat. Er sah schließlich die Mathematik als einzigen Welthintergrund, behielt aber die Trägheit als Erinnerung an korpuskulare Inhalte übrig. Wie man auch dazu stehen mag, ein ausschließlich mathematischer Raum ohne Verbindung mit den Wechselwirkungen wäre ohne die Möglichkeit, sich mit Konkretem befassen zu können, zu nichts nützlich.

Jede Wechselwirkung hat hiernach ihren eigenen Feldraum, in dem beliebig viele Dimensionen möglich sind. Nur eines fehlt noch, nämlich die Verbindung der verschiedenen Feldräume untereinander, so daß man von einer Wechselwirkung zur anderen projizieren kann. Es fehlt dazu an einer gemeinsamen Feldtheorie, um die sich insbesondere Einstein sein Leben lang vergeblich bemüht hat. Die Ursache liegt wohl in der mathemathischen Unbeherrschbarkeit der korpuskularen Wirbelvorgänge wegen einer Vielzahl von Einflußgrößen, die auch für Metrikprobleme von Bedeutung sind.
 
 
 
 
 
 

Masse und Trägheit
 
 

Zur Erklärung des Massenwirkens gehen wir am besten von Einsteins

E = mc2 umgewandelt E/c = m * c aus.
 
Die umgewandelte Formel zeigt, daß Energie und Masse Umkehrungen zueinander sind. Wir haben für eine Korpuskel zu unterstellen, daß die Energie über Trägerobiekte angreift.. die zu einem Zentrum wirbelnd zusammen— und auch wieder abströmen bis auf den Anteil der das Speichersystem ausmacht. Als Trägerobjekte für die zu— und abströmende Energie kommen entweder die noch nicht entdeckten Gravitonen .infrage oder - im Einsteinschen Sinne mathematische Träger. Weniger die vom System durchgesetzte Energie von Zu— und Abstrom führt zur Massenwirkung, sondern die des Systems, die sich nach Art der Beobachtung als Schwere oder Trägheit zeigt. Der Vorgang wird verständlich, wenn man den Speicher zu verschieben versucht. Die Gravitonen— oder Mathematikströme kommen von weither und führen wieder in die Weite. Ein Wirbelsystem mit weitgehend offener Bewegungsform ist in starkem Maße mit dem übrigen Universum verbunden, und deshalb träge, ganz im Gegensatz zu einem Rotationskörper in geschlossener Bewegungsform.
 
 

Ein Beispiel für das Massenwirken bildet das schon erwähnte Paar eines Elektrons und eines Positrons, die —zusammengeschossen— ihre Massen durch Kompensation ihres gegenläufigen Spins verloren haben und nur noch vi rtuel 1 im [.osmos anwesend sind. Unter entsprechendem Energieaufwand lassen sie sich trennen, um wieder als normale Teilchen massiv zu sein. Massewirken läßt sich auch künstlich durch Bewegung erzeugen. Insofern gibt uns die Masse an sich keine Rätsel auf, nur wir kennen das Trägerobjekt der Gravitation nach wie vor nicht. Da die extreme Leere nirgends gegeben sein kann, bedarf auch die mit Grundraumfüllung zu erklärende Trägheit keiner zusätzlichen Beschreibung.
 
 
 
 
 
 
 
 

Kein Medium für die elektromagnetischen Wellen?
 

Seit Aufgabe des Newtonschen Weltäther-Gedankens marschieren die Photonen der elektromagnetischen Welle ohne Medium durch den Raum, der aber ganz sicher nicht extrem leer ist. Er beherbergt zumindest das Virtuelle, also Teilchen, die keine Ruhemasse haben, oder solche mit unterschiedlicher Ruhe- und Bewegungsmasse. Beispiel: das mit einem Elektron zusammengeschossene Positron. Beide sind bei Spin-Kompensation masselos. Die vermeintliche Leere hat auch Eigenschaften wie die Vakuum-Dielektrizität und -Permeabilität. Vielleicht ist sie auch für die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit c maßgebend. Aber ein Vergleich mit den Schallmedien ist nicht möglich.
 

Im Abschnitt über die Trägheit wurde ausgeführt, daß Wellen und Photonen einander bedingen und daß als Bestandteile der Photonen die noch nicht entdeckten Gravitonen als Wirklichkeit und Vakanz-Gravitonen als aufnehmende Möglichkeit in Betracht kommen. Doch ein selbstschöpfendes Medium dürfte das Gravitonen-/Vakanzgravitonenmeer nicht sein. Es müßte wiederum noch kleinere Konstituenten haben und diese ebenfalls. Allerdings müßte auf der Suche danach die Plancksche Elementarlänge unterschritten werden, jenseits derer für den Menschen Raum und Zeit und damit der Teilchenbegriff verloren gehen. Wir können einstweilen nur darauf spekulieren, daß das Graviton, wenn es je entdeckt werden sollte, das kleinste vom Menschen Erfaßbare ist. Von einem mediumhaften Hintergrund des Gravitonenmeers können wir daher aus Gründen mangelnder Erfaßbarkeit. nicht sprechen.

Aber wir können auch nichts über die Gleichartigkeit des Gravitonenmeers an jedem Ort im Universum aussagen und wissen darum nicht, ob c eine unveränderliche Naturkonstante ist. Die Rotverschiebung der Spektrallinien, die uns das rasante Fortstreben von Galaxien suggeriert, könnte hiernach in der Ungleichförmigkeit des Gravitonenmeers zu suchen sein.

Der Geist

Im Streben nach einer Erklärung des Welthintergrundes benötigen wir den Begriff ,Geist‘. Im Denken relativer Gegensätze mögen wir den Geistbegriff als Gegenüber zur Materie auffassen, allerdings mit dem Unterschied, daß wir mangels konkreter Sinneswahrnehmung des Geistes nicht materiell erfassend auf ihn zugreifen können. Wir rühmen beispielsweise gern, daß nicht nur die Formen und Strukturen der Materie optimal angestrebt werden, daß nicht nur Planmäßigkeit und Vernunft walten, auch daß sich nicht nur langfristig vorgegebene Gesetzmäßigkeiten und so etwas wie ein vorgegebenes Schicksal andeuten, sondern daß auch im fortschreitenden Entwicklungsprozeß das Ablaufgeschehen mit Hilfe zahlreicher Regelvorgänge zum Optimum beeinflußt wird. Dennoch gibt es aus menschlicher Sicht die extreme Vollkommenheit ebenso wenig wie die Erreichbarkeit anderer Extreme. Wir suchen den Ursprung gern in den mechanischen Grundlagen, wie sich z.B. bei Überdrehen einer Kugel Abplattung zeigt, danach Ringbildung wie beim Saturn, schließlich Ablösung und Fortstreben mit ,Aufwicklung‘ zu einem neuen Trabanten, bei dem dann auch wieder die optimale Kugelform angestrebt wird. Nach diesem Beispiel wird gern höheres gedeutet, bis hinauf zum Reagieren von Pflanzen auf Umweltreize, zum instinktbedingten Handeln eines Tieres und schließlich sogar bis zur Erklärung des menschlichen Verstandes.

Wir werten unseren Geist als kleinen Anteil des großen Geistes, der wohl aus dem Welthintergrund auf uns wirkt. Aber den genauen Sitz des Geistes kennen wird nicht, wenn man auch die einzelnen geistigen Zentren unseres Gehirns empirisch herausgefunden hat. So bleibt nur der Schluß, daß der Geist offenbar aus einer Kombinatorik der physikalischen Wechselwirkungen resultiert. Es dürften weit mehr sein als die fünf dem Physiker bekannten. Aber selbst für diese wenigen fehlt uns bisher noch die gemeinsame Feldtheorie. Der Mensch spaltet die Wertung des Geistes in eine für ihn erfreuliche Komponente der Entfaltung oder Evolution und eine zerstörerische der Involution, weil jedes Individuum sich nur durch ,,Auffressen" von anderen entfalten und dasein kann. Der Strukturwandel gleicht der Abwicklung eines Kreisprozesses mit positiver und negativer Sinushalbwelle.

Die Begriffe ,Evolution‘ und ,Involution‘ sind vom lateinischen ,Herauswälzen‘ und ,Hineinwälzen‘ abgeleitet. Die Evolution war ursprünglich nur die biologische Abstammungslehre, während die Mediziner mit Involution die altersbedingte Rückbildung der Organe usw. meinten. Auch die Mathematiker sprechen von Evolution und Involution. In der hier gebrauchten Verallgemeinerung geht es um die Selbstentfaltung des Universums und deren Umkehr. Im übertragenen Sinne ist es ein Aus- und Einpacken im Sinne der griechischen Sage von der Büchse der Pandora, in der alles Gute und auch das Böse zum Ausschütten auf die Menschheit enthalten gewesen sein soll. Der Kern dieser Sagenweisheit gilt auch heute noch für unsere Auffassung von der selbstentfaltenden Schöpfung des Universums.
 
 

Der Welthintergrund

Der Begriff Welthintergrund bedarf der Definition, ob man darunter Relatives oder Absolutes verstehen will. Beim Weltäther nach Newton ging es um reale Teilchen oder um träge Homogenität. Der Äther sollte mit den Sinnesorganen erfaßbar sein, also relativ. Als sich diese Version nicht bestätigte und Einsteins geometrische Aufassung ins Spiel kam, wurde der Welthintergrundbegriff ins Absolute gedrängt. Geist sollte dahinter stecken, mathematische Gesetzmäßigkeit und geistbestimmtes Ablaufgeschehen.

Nur der absolute, nichtmaterielle Welthintergrund käme dafür infrage, relative Vordergründe schöpfungsmäßig zu erzeugen, zum Beispiel: Gravitonenmeere, die einen Weltäther Sagnacscher Prägung erscheinen lassen. Bei Zugehörigkeit zum Relativen müßten Gravitonen größenordnungsmäßig diesseits der Planckschen Elementarlänge angesiedelt und damit erfaßbar sein, sobald man die technischen Möglichkeiten dazu hat. Sie dürften für den Menschen die kleinsten masselosen Umfüllungsobiekte sein, die sicher auch wieder aus kleineren Bewegungsformen zwischen Rotation und Wirbel bestehen. Aber diese würden Jenseits der Planckschen Elementarlänge für uns zur Homogenität zugehörig sein. Da die Trägheit des Gravitonenmeers wahrnehmbar ist, also zum Relativen zu rechnen ist, dürften auch die Gravitonen selbst noch im Erfaßbaren zu suchen sein. Dies ist sicherlich eine unzulässige Spekulation.
 
 

Die mutmaßliche Gegebenheit der Gravitonen macht nicht die Einsteinsche Auffassung zunichte, daß der Welthintergrund im Absoluten mathematisch geartet sei, wenn auch nicht ausschließlich mathematisch. Im vorigen Abschnitt wurde hinreichend ausgeführt, daß der Geist der Evolution und Involution vom Absoluten her schöpfungsgebend und auch zerstörend sein muß. Da auch die Wechselwirkungen im Bereich der Planckschen Elementarlänge vom vermeintlich absoluten Homogenen in die Relativität Eingang nehmen, kann eine Kombinatorik der Wechselwirkungen außerhalb unseres Erfassungsbereichs zu dem führen, was wir Geist nennen.
 
 

Abschnitt 6

Folgerungen


 

Universum, Schöpfung
 
 Unser Universumbegriff kann sich nach den vorangegangenen Ausführungen nur mit unserem menschlichen Erfassungsbereich decken. Wächst dieser durch stärkere Fernrohre o.ä., vergrößert sich das, was wir Universum nennen, entsprechend, denn wir haben danach weitere Entfernungen im geistigen Zugriff, vermögen aber über das Jenseits der neuen Grenze nach wie vor nichts auszusagen. Der Zugewinn an Ferne reizt freilich zu der Spekulation, daß das Universum letztlich doch unendlich sei, sofern sich in dem hinzugewonnenen Bereich keine grundlegende Veränderung abzeichnet. Und man spekuliert weiter, daß ein unendliches Gebilde nicht in einer unendlichen absoluten Leere eingebettet sein könne. Es müsse wohl seit ewigen Zeiten etwa wie heute gewesen sein, so daß keine Schöpfungsaussage gemacht werden könne.

Doch solche Spekulationen sind dem Physiker zuwider, wenngleich seine Überlegungen auf dasselbe hinauslaufen:
 
Da ein Ursubstrat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben ist, kann man das Universum nicht als ein weitgehend materielles Etwas im Nichts ansehen und das vermeintliche Etwas extrem vom absoluten Nichts unterscheiden. Wenn es kein materielles Schöpfungsergebnis gibt, brauchen wir nicht nach einer Schöpfungsgeschichte zu suchen und betrachten den Urknall vor etwa 20 Milliarden Jahren als ein normales Ereignis im Werden und Vergehen der Gestirne. Sicher möchten wir gern wissen, ob alles, was beim Urknall entstanden ist, mindestens unseren gesamten Erfassungsbereich beinhaltet. Wenn ja, wäre die Urknalltheorie ein schöpfungsähnlicher Vorgang für uns, wenn auch nicht im urstofflichen Sinne. Immerhin könnten wir alles wahrzunehmende Relative bis auf den Zeitpunkt des Urknalls zurückverfolgen. Aber die Urschöpfung, die dem Urknall wohl vorausgegangen sein müßte, wäre auch weiter unserem geistigen Zugriff entzogen, da sie nicht innerhalb menschlicher Erfassungsbereiche einzuordnen ist.
 
 

Das Denken der Philosophen und Physiker über Gott
 
 

In Abschnitt 1 unter ,,Das Relative und das Absolute‘ dürfte deutlich geworden sein, wie problematisch es ist, unseren Gottesbegriff in das physikalische Begriffsarsenal., das wir wertend und identifizierend gewonnen haben, einzuordnen. Zwar sind Evolution und Involution ein Gegensatzpaar auf göttlichem Hintergrund. Die selbstschöpfende Evolution sehen wir als positives Gotteswirken und die Involution als Teufelswerk, ohne Zugriff auf den Ursprung der beiden Wirkens— arten zu haben. Es ist uns zuwenig, Gott mit der Evolution und das Böse mit der Involution zu identifizieren, denn es fehlt uns eine Vorstellung über den Hintergrund göttlichen Tuns. Wir möchten ferner Aufschluß über jenes Gotteswirken durch das wir mit Gott im Gebet Kontakt aufnehmen können, denn wir sind sicher, daß Gott uns helfen kann, wenn wir ihn anrufen. Wir spüren, wie er uns den Lebenswillen zur Genesung gibt und können in uns selbst große, bis dahin verborgene Kräfte dafür aktivieren. Eine Täuschung liegt in solcher Erfahrung gewiß nicht vor. Seit ältesten Zeiten sind die Menschen von ihrer Führung durch Gott überzeugt, wenngleich es viele Varianten des Gottesbegriffs gibt. Selbst die Atheisten, die von Autosuggestion sprechen, können diesen Begriff nicht abwertig gebrauchen, weil uns unter jeder der möglichen Gottesdeutungen durch das aktivieren von Kräften für die Genesung oder die Erfüllung sehr am Herzen liegender Wünsche große Geschenke zuteil werden.

Die bei der Evolution zustande kommenden Strukturen sind offenbar nie chaotisch, sondern zielen streng auf einen bestimmten extremen Typ. Dieser ist nicht extrem perfekt, wird aber im Laufe der Schöpfung optimiert. Bei der involutionären Zerstörung wird auch schon auf die kommende evolutionäre Umformung abgezielt. aus menschlicher Sicht beruht das Geschehen auf dem Walten kosmosumspannenden Geistes, auf den wir nur überlegungsmäßig, aber nicht anschaulich Zugriff haben. Der Geist drückt sich lediglich in der Materiestruktur aus, so daß beide Begriffe einen Wertungsgegensatz bilden. Die geistige Seite erscheint uns als die göttliche.

Der —sehr gläubige— Einstein sah nur den mathematischen Gehalt der Materiestrukturen, so daß für ihn der Welthintergrund nur mathematischer Natur war. Von göttlichem Evolutionsgeist sprach er nicht. Dennoch ist sicher, daß Mathematik nicht der einzige Gehalt des kosmosumspannenden Geistes ist, sondern daß dieser von einer Vielzahl verschiedener Wechselwirkungen geprägt wird, welche den göttlichen Geistbegriff ausmachen.

Es ist unbezweifelbar, daß die Materiestrukturen des Menschen Teil der kosmosumspannenden Strukturen sind. Wenn sich an ihnen der Geist ausdrückt, ist auch der Sei st jedes einzelnen Menschen Bestandteil des kosmosumspannenden Geistes mit allen Konsequenzen. Der Mensch spielt selbst im kleinen eine Evolutionsrolle nach seinem Willen und Tun, auch eine Involutionsrolle, die er nur in Eigenverantwortung ausübt, aber nicht ausüben muß. In seiner kleinen Hierarchie ist er eingebettet zwischen über— und Unterordnung.

Jenen kleinen Bestandteil am großen Gesamtgeist könnte man Seele nennen, wenn man die herkömmliche Definition des Seelenbeqriffs reformieren würde. Und eben dieser Anteil am großen Gott ist es, den man im Gebet und durch den Willen aktivieren kann. Eine so geartete Autosuggestion ist für die meisten Menschen etwas Erhabenes und Unentbehrliches, auf das niemand verzichten kann, ohne sich selbst zu schaden.

Die Alternative zu einer solchen Gottesauffassung ist nur der naive Glaube, in Gott eine menschenähnliche Person zu sehen, mit der man tatsächlich im Gebet reden kann. Gott wäre dann ein Wesen, das von Aber-milliarden Geschöpfen von überall aus dem Kosmos in beliebiger Sprache und auch nur im Denken angerufen und um Hilfe gebeten werden könnte, ein unmöglich erscheinendes Wesen. Darum hat man sicher jedem bei der Schöpfung seinen Anteil am großen Geist mitgegeben; dazu die Fähigkeit, diesen selbstverantwortlich zum eigenen Wohl und zum Nutzen anderer einzusetzen.

Hieran schließt sich die Frage an, wie stark der Geistanteil eines Menschen sein mag und welche Reichweite er habe. Der Physiker würde erwarten, daß es sich jeweils um ein Feld aus verschiedenen Wechselwirkungen handelt. Es wäre zu erwarten, daß das Feld die eigene Person am stärksten beeinflußt, sicherlich auch Mitmenschen, die man in sein Gebet einbezieht. Ob sie räumlich weit entfernt sein können, ist fraglich. Zuweilen wurde von geistigen Kontakten über große Entfernungen berichtet. Auszuschließen ist dies nicht, wenn man bedenkt, welche riesigen Entfernungen der Mensch schon im Funkkontakt überbrücken kann. Doch das ist Spekulation. Für den Erfolg eines Gebets ist wohl die Stärke des Willens und die Nähe des Geschehens wichtig. Auch ein Gruppengebet könnte verstärkende Wirkung haben. Wenn wir aber um Regen oder Sonnenschein oder um eine Änderung im Kosmos beten würden, wäre die Erfolgschance sicher gering. Allerdings gibt es bei keinem Feld eine ausgeprägte äußere Grenze. Es klingt vielmehr in weiteste Fernen strebend,—immer schwächer werdend— ab, so daß auch solche Gebete nicht extrem chancenlos sein durften. Aus dieser Sicht wäre es nicht ganz richtig, einen internen göttlichen Geistanteil von einem externen kraß zu unterscheiden, um dem äußeren eine unabänderliche Führungsrolle und dem inneren einen im Gebet und Willen beeinflußbaren Charakter zuzuordnen. Die Felder der einzelnen Lebewesen beeinflussen sich gegenseitig, auch hinsichtlich des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft, in der die Spielregeln wiilensmaßig beeinflußbar sind. Dafür fordern die Religionen die Beachtung herkömmlicher Lehren. Eine wesentliche Führung erhalten wir aus unserem Sonnensystem mit Wellen und Plasmaströmen. Bekanntlich ist die Unruhe unter den Völkern in sonnenfleckenreichen Jahren am größten, ebenfalls in dem da— durch bedingten Wettergeschehen, das —bewußt oder unbewußt— auf unser Wohlbefinden sehr großen Einfluß hat und sogar für den Zeitpunkt des Todes bestimmend sein kann. Die Vielzahl der- maßgebenden Führungsfaktoren erschöpft sich ganz sicher nicht in einer kurzen Aufzählung. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden wir zu den Lehren einer- Glaubensgemeinschaft in Beziehung setzen wollen.

Abgesehen von den völlig naiven Religionen, wird von Seiten der- Kirchen ebenfalls die Meinung des Physikers bestätigt, daß Gott unvorstellbar sei und sein Bild nicht dem des Menschen entspreche. Allerdings versucht man nicht, die uns führenden Einflußfaktoren irgendwie zu analysieren, indem man nach der genauen Herkunft sucht und das Geschehen auf feldartigem Hintergrund sehen will. Auch wird das Wirken von Evolution und Involution in der Regel nicht infrage gestellt und wie vom Physiker auf göttlich geistigem Hintergrund gesehen. Allerdings geht man nicht so weit, die Anrufung Gottes im Gebet usw. als autosuggestiv zu bewerten, läßt aber auch die Alternative, das Gotteswirken in kindlicher Naivität darzustellen, für den, der weniger rational als der Physiker denkt, für die eigene Phantasie offen.

Das Denken über das Wirken Gottes macht nicht die ganze Religion aus. Da werden Persönlichkeiten verehrt, die sich um die Verbreitung von Lehren, nach welchen Regeln die Menschen optimal zusammenleben sollten, verdient gemacht haben, auch glaubt man an Wunder-, denen man heute skeptisch begegnet. Überlieferungen von beispielgebendem Inhalt können sicher in mancher Situation Trost geben. Nützlich ist es, an die Dankbarkeit zu appellieren und um Gottes Segen zu bitten. All dieses kann jedermann zi.tm Nutzen gereichen. Dennoch sind die Religionsqemeinschaften großenteils auch von kaum verzeihlichen Schwächen geprägt, weil sie in der Regel nicht bereit sind, ihre Lehren entsprechend den Erfordernissen der ~r- Gegenwart weiter- zu entwickeln. Dafür- gibt es viele Beispiele. Nur drei seien genannt:

 

1. Ablehnung der- Geburtenregelung, um die Übervölkerung der Erde zu verhindern,

2. Verhinderung von Maßnahmen gegen die Ansteckung mit der Immunschwäche Aids und

3. Fehlen eines kompromißlosen Engagements für den Umweltschutz zum Wohle kommender Generationen.
 

Nach dem kirchlichen Vokabular sind dies TODSÜNDEN!

Diese harte Kritik: an den Kirchenoberen erscheint uns in einer alternativen Betrachtungsweise unberechtigt. Da man über die Herkunft der Glaubenslehren nichts weiß, sondern nur glaubt, fühlt sich kein Kirchenoberhaupt zuständig oder gar verpflichtet, nach den erkannten Erfordernissen der- Gegenwart an den Glaubenslehren etwas zu ändern: Da offenbar Gott es war, der die Lehren über die Menschheit ausgebreitet habe, könnte er auch die Probleme der Gegenwart entfacht haben, um die Menschen durch Strafe auf den herkömmlich rechten Weg zurückzuführen:
 

 

1. Das Problem der Übervölkerung ist herkömmlich immer auslesemäßig durch Hunger, Krieg, Krankheit u.ä. gelöst worden. Dies mag für die Betroffenen unmenschlich erscheinen. Aber, über die menschlichen Belange gestellt, verliert der Begriff unmenschlich seinen Gehalt. Die Urteile des externen Gottes charakterisieren wir immer- dann als unmenschlich, wenn wir ihre Grausamkeit nicht fassen können und dann demütig sagen: Gottes Wege sind nicht unsere Wege.
 
 

2. Wenn man sich immer nach den kirchlichen Morallehren gerichtet hätte, wäre die Krankheit Aids vermutlich gar nicht bekannt und zur Geißel der Menschheit geworden.

3. Raubbau an den Schätzen unserer- Erde, etwa aus Gewinn— sucht, mag wegen der- Schädigung der Mitmenschen und kommender Generationen dem Menschen verwerflich erscheinen, nicht aber aus kosmischer Sicht: Es handelt sich wohl um eine involutionäre Zerstörung, aber sie ist nur- eine Phase im Kreislauf mit der- Evolution, durch die Neues geschaffen wird, sobald das bisherige zerstört ist.
 

 

Für uns Menschen ist eben nicht immer zu akzeptieren, was uns in der- Auswirkung des kosmischen Gesamtgeistes zum Schaden gereicht, aber die Entscheidung des externen Gottes dominiert eben über- unsere Belange. Dennoch versuchen wir- mit der Kraft unserer Seele als unserem internen Gott den Ablauf des, Geschehens zum eigenen Nutzen zu beeinflussen.
 
 

Der von den Lehren einer Konfession voll überzeugte Gläubige ist mit dem Gott, von dem die Lehren seiner Meinung nach stammen, wie in einer Wechselwirkung verbunden. Unterschiedliche Glaubenslehren können somit auch als unterschiedliche Wechselwirkungen aufgefaßt werden. Sie können miteinander in Konflikt stehen und Interferenzerscheinungen mit Verstärkung oder Auslöschung zeigen. Wenn Religionskonflikte auf dieser Basis gesehen werden, erscheinen sie in ihrem Ausgang unabänderlich. Im menschlichen Begreifen unterscheiden sich die Weltreligionen in ihren Lehren nur unwesentlich. Nur ein wenig Toleranz wäre nötig, damit die Gläubigen aller Konfessionen in friedlicher Gemeinschaft miteinander leben können. Aber Toleranz ist wieder ,ein menschlicher Begriff, der nicht gleichermaßen für den allesumfassenden Geist anwendbar ist. Darum der Vergleich mit Wechselwirkung und Interferenz. Aus dieser Sicht dürften Glaubenskonflikte kaum mit Toleranz zu lösen sein. Es würde den Rahmen dieser kleinen Schrift sprengen, sich als Physiker mit derartig komplexen Fragen auseinanderzusetzen.
 
 

Folgerungen
 

Wenn ein Physiker Überlegungen dieser Art anstellt, will er zu einem Fazit gelangen, mit dem er das Thema langfristig abzuschließen sucht:
 
 

An Mengenlehre gewöhnt, unterteilt er den Gottesbegriff in die Gesamtmenge des göttlichen Geistes im Kosmos und seine Bestandteile des einzelnen Materiesystems, sei es in Typen einer ,,so gut wie" unendlichen größenordnungsmäßigen Gliederung vom noch fiktiven Graviton bis zu den Galaxienhaufen oder anderseits in den Geistesanteilen hochentwickelter Individuen, etwa jedes einzelnen Menschen.
 
 

Wer zu Gott betet, vermag dies in der Zweiteilung des Gesamtgeistes und seines Eigenanteils am Gesamtgeist. Der Einfluß unseres Gebets auf den Gesamtgeist dürfte nur den Anteilsverhältnissen von Kosmos zu Mensch entsprechen. Er wird somit äußerst gering sein. Unser Einfluß auf unseren eigenen Anteil am Gesamtgeist durch Willen und Gebet ist dagegen relativ groß. Wenn wir zu Gott beten, aktivieren wir den eigenen Anteil am Gesamtgeist, wenngleich auch sicher nicht extrem. Es wurde bereits erwähnt, daß man diesen Anteil Seele‘ nennen sollte, obwohl der herkömmliche Seelen— begriff anders aufgefaßt wurde. In dieser Betrachtungsweise ist es unsere eigene Seele, die für uns göttlich tätig wird, wenn wir sie betend oder willensmäßig anrufen. Es mag dahingestellt sein, ob diese Version dasselbe ausdrückt wie die herkömmliche Definition des Begriffs ,Autosuggestion‘.
 
 

Jeder wird durch entsprechende eigene Überlegungen bestmögliche, wenn auch nicht extreme, Klarheit über seine Gottesauffassung erhalten und danach in seinem Trachten nach dem letztlichen Hintergrundwissen —vielleicht— Ruhe finden. Wenn er jedoch nur fragt, welchen Ursprungs das Gegensatzpaar von Materie und Geist ist, zielt er auf ein unerreichbares Extrem. Zwischen Ursprung und Ende ist relative Wertung, mit der man nicht auf das Absolute des Kosmos zugreifen kann.

Aber auch noch aus einem ganz anderen Grund können wir das erstrebte letztliche Hintergrundwissen nicht erlangen. Was wir suchen, ist das letztlich Absolute, das man aber leider kaum mit den relativen Mitteln unseres menschlichen Geistes beschreiben könnte. Wir möchten das Wissen in einer Version der Realität. Diese steht in einem Wertungsgegensatz zur Irrealität. Eine Aussage über das letztlich Absolute kann man damit kaum erlangen. Zum besseren Verständnis müssen wir uns erneut mit dem Gegenüber von Materie und Geist sowie mit den zugehörigen Wertungsgegensätzen von Realität und Irrealität usw. befassen. Es sei jedoch vorausbemerkt, daß wir kaum eine Chance haben, geistig bis zum Letztlichen vorzudringen, so daß Gottes Wirken undurchschaubar bleibt.
 
 
 
 

Das Realitätsproblem
 
 

Materie ist —zumindest in weitem Bereich— mit unseren Sinnesorganen wahrnehmbar. Durch diese Tatsache halten wir sie und das erkennbare Ablaufgeschehen für Realität, auf die wir jedoch ohne die Unterstellung eines Zeitablauf s wohl kaum schließen könnten. Der Realität oder Wirklichkeit steht als Wertungsgegensatz die Irrealität als Traum— oder Phantasiewelt der Möglichkeiten zum Wandel in Realität gegenüber.— Die für real gehaltene Materie ist nach unserer Meinung nach den sich im Zeitablauf wandelnden Konstruktionsplänen ihres Wertungsgegensatzes, des Geistes, im Verfahren einer sich ,,von selbst entfaltenden" Evolution des Universums erzeugt worden. Sie vergeht im umgekehrten Wege der Involution. In dem Ausdruck ,,selbstentfaltend" steckt eigentlich das einzige, was wir über den Geist auszusagen vermögen, weil dieser dem Zugriff durch unsere Sinnesorgane weitgehend entzogen ist. Der allumfassende Geist des Universums produziert demnach in Selbstentfaltung das, was wir an der Materie als die Realität erkennen. Aber Geist steckt auch in der Irrealität der Möglichkeiten, mit deren Hilfe der Geist Irreales in Reales umwandeln kann. Zusätzliches über den Gehalt des Universums hinaus wird offenbar nicht produziert, sondern nur

gewandelt. Aus diesen Überlegungen folgt die Polarisierung des Geistbegriffs in eine positiv zur Realität und negativ zur Irrealität weisende Richtung. Hätten wir Anhaltspunkte für eine Begrenzung des Universums, müßte man außerhalb davon Neutralität zwischen positivem und negativem Geist erwarten. Ein Zeitablauf wäre dann nicht mehr zu unterstellen. Der positive Geist drückt sich in seiner Veränderung als Evolution des Universums aus, der negative entsprechend als Involution. Einer Polarisierung des Geistes steht, wie schon ausgeführt, die Polarisierung der Raumfüllung gegenüber, positiv gerichtet zu vermeintlich realer Materie der Wirklichkeit, negativ zur bereitstehenden Möglichkeit der Ausfüllung mit Materie. Muß man diese Auffassung mangels Nachweisbarkeit eines Ursubstrats aufgeben, verbleiben nur noch Merkmale einer oder mehrerer Wechselwirkungen und die wirkensmäßige Gleichwertigkeit von Realität und Irrealität sowie deren Veränderung im Zeitablauf. Veränderung ist Bewegung gegenüber der Ruhe. Relativistisch hängt eine Entscheidung darüber von der Positionierung des Beobachters ab. Wenn jedoch eine Vielzahl von Objekten im Überblick Veränderungen zueinander zeigt, muß man auf die Erkennbarkeit von Ruhe verzichten. Die Relativität geht für die Gesamtheit der Objekte verloren, und die Veränderung <Bewegung) wird zum absoluten Merkmal. Dies ist nur ein Beispiel dafür, daß das Absolute nicht ausschließlich eine Fiktion ist. Eine Zustandsveränderung durch Evolution und Involution kann darum sehr wohl aus dem uns unzugänglichen Bereich des Absoluten stammen. Akzeptieren wir dies ganz allgemein, so ist auch für den Physiker die Steuerungszentrale für ,,alles und das Einzelne" im Absoluten angesiedelt, und wir hätten keinen Gegensatz zu jenen Religionen mehr, für die Gott gleichermaßen absolut geartet ist. Wir müssen uns allerdings davor hüten, Aussagen zu machen wie etwa, das Universum sei extrem absolut leer oder mit realer dinglicher Materie angefüllt, oder es gäbe einen absoluten Zeitablauf. Relatives und Absolutes sind nicht mischbar. Der Physiker wird behaupten, daß er durch Wissen zu diesen Einsichten gekommen sei, während der Gläubige sie auf dem Fundament des Glaubens gewonnen habe.
 
 
 
 
 
 

Zusammenfassung:
 
 
 
 

1. Zur Verbesserung der physikalischen Modellvorstellungen hinsichtlich Realität und Anschaulichkeit empfiehlt es sich, das Wertungsdenken in den Vordergrund zu stellen, insbesondere die Bewegungswertung zwischen den Extremen von Rotation und Wirbel. Auf die Unerreichbarkeit von Extremen ist besonders achtzugeben.

2. Wegen der nur endlichen Erfassungsbereiche des Menschen kann nur im Endlichen geforscht werden. Auch das Universum ist für uns endlich. Spekulationen darüber hinaus sind unzulässig. Falsch ist das Vorurteil, daß es ein durch Schöpfung entstandenes Etwas im extremen Nichts gäbe.

3. Die Trägheit mag durch ein Gravitonenmeer erzeugt werden, aber ein Weltätherursubstrat ist nicht gegeben. Der Welthintergrund ist absoluter Art.

4.Die Erkenntnis der Löcherleitung von der Halbleitertheone her ist durch Polarisierung der Raumfüllungswertung zu verallgemeinern, so daß die Gegebenheit eines entspr. Vakanzobjekts als Möglichkeit für die Aufnahme oder den Bestand von Strukturwirklichkeit zwingend notwendig ist.

5.Herkömmlich wird im Makrobereich das Wirbelgeschehen verdrängt oder idealisiert. Da der Wirbel in nicht festen Zustandsformen, besonderes im Mikrobereich, dominiert, ist er bei kosmosumspannenden Betrachtungen nicht wegzudiskutieren. In der Theorie über die Zustandsformen, die von den Freiheitsgraden der Teilchen her veranschaulicht wird, muß das Wirbelgeschehen deutlich gemacht werden.
 
 

6.Letztlich gilt es, eine ganze Reihe herkömmlicher Vorurteile aufzugeben, wenn man auf der Suche nach einer verbesserten Version des physikalischen Weltbildes ist.
 
 

Ausblick:
 
 

Das Wechselwirkungsmodell
 
 

In der Auflistung der fundamentalen Modelle in Abschnitt 4 fehlt das wichtigste, weil wir es nicht kennen, das Wechselwirkungsmodell. Hätten wir es, wären wir der angestrebten gemeinsamen Feldtheorie sicher näher. Im Grunde geht es gar nicht darum, sich mit verschiedenen Modellmöglichkeiten auseinander setzen zu müssen. Es ist vielmehr das ausschließliche Problem der Physiker, kein einziges Modell zu kennen, das in Betracht käme. Würde man einen Philosophen oder auch einen Mediziner zu Wort kommen lassen, so würde uns dieser eine gar nicht so schlechte Spekulation anbieten:
 
 

Es ist zu unterstellen, daß die fünf den Physikern bekannten Wechselwirkungen die Grundlage für die Wechselwirkungen der Individuen bilden. Nehmen wir als Primitivbeispiel an, zwei Hunde laufen spontan zueinander oder voneinander weg, so daß man von einer Wechselwirkung beider Hunde sprechen könnte, gleichgültig, welches Motiv ihrer Verhaltensweise zu Grunde liegt, etwa Sympathie, Antipathie, Kampfgeist oder Angst. Die Wechselwirkung beginnt damit, daß die Hunde ihre Sinnesorgane als Sensoren einsetzen und danach in ihrem Gehirn eine Entscheidung für ihr Handeln treffen.
 
 

Wenn wir uns fragen, warum nimmt das eine Elementarobjekt an einer bestimmten Wechselwirkung teil, ein anderes, ähnlich geartetes hingegen nicht, so gibt es dafür nur die Erklärung, daß beide mit unterschiedlich reagierenden Sensor- und Auslösungssystemen ausgerüstet sein müssen. Im Beispiel der Hunde erblicken wir sicher eine höhere Intelligenz, die wir den Elementarobiekten der physikalischen Wechselwirkungen nicht zuschreiben können. Dennoch muß wohl bei diesen die Grundlage für den Sensor- und Auslösungsmechanismus der Individuen, ja selbst für den menschlichen Geist, in irgendeiner elementaren Stufe zu suchen sein. Zwischen den vermeintlichen Rätseln der Wechselwirkungen und unserem Verstand müßte eine Verbindungslinie über viele Wechselwirkungsstufen hin modellmäßig zu erkennen sein.

Unsere ,Sensoren‘ empfangen Umweltreize verschiedener Art, um sie in Signalströme, die auf Nervenbahnen dem Gehirn zugeführt werden, zu verwandeln. Es sind nicht nur Licht- und Schallwellen, sondern auch chemische und Tastreize. Im Wertungsintervall ist es ein vielseitiges und breites Spektrum zwischen Wellen und Strömung. Diese grobe Auflistung erfährt ein feines Raster, wenn man z.B. bedenkt, daß unsere Sensoren im Hinblick auf optimalen Nachwuchs sogar abprüfen, ob geschlechtliche Zu- oder Abneigung gegeben ist.
 
 

Nach Umwandlung in nervliche Reize ist die Codierung so perfekt, daß im Gehirn kaum Fehlentscheidungen getroffen werden, um die Muskulatur, die Organe und sonstigen Zellkomplexe ,mit Verstand‘ optimal in Aktion zu versetzen.
 
 

Zweifellos ist es ein schwieriger Weg, unsere geistigen Fähigkeiten auf die Gegebenheiten der fundamentalen physikalischen Wechselwirkungen zurückzuführen und auch für deren Merkwürdigkeiten die bestmögliche Erklärung zu finden. Wir unterstellen Sensoren und reizverarbeitende ,Prozessoren‘ bei allen Trägerobjekten der physikalischen Wechselwirkungen, halten sie aber nicht für so vielseitig wie die menschlichen. Diese Spekulation ist somit in zweifacher Hinsicht hilfreich, vorwärts von der Wechselwirkung zum Geist und rückwärts vom Geist zur physikalischen Wechselwirkung. Eine Abweisung dieser Spekulation würde nur die herkömmliche Alternative bieten, entgegen allen Erfahrungen Materie und Geist für extrem voneinander unabhängig zu halten.
 
 

Von unserem Ziel einer gemeinsamen Feldtheorie sind wir nach dieser Betrachtung weiter entfernt als zuvor, weil sich ein System von Sensor und Prozessor kaum in mathematische Wandlungsformeln einbauen ließe. Dafür haben wir einen Gewinn in der Erkenntnis von Zusammenhängen zu erwarten. Bisher war es Baukastendenken, daß z.B. ein Proton und ein Elektron ein Wasserstoffatom bilden. Die größere Wichtung der Wechselwirkungen macht bewußt, daß kein Teilchen ohne System von Sensor und Prozessor zustande käme.

Müssen wir unser Atommodell revidieren? Wir tragen, was wäre, wenn...
 

 

1. die Väter unseres Atomrnodells bereits die Erkenntnisse aus der Halbleitertheorie gehabt hätten und

2. schon deutlich gewesen wäre, daß Welle und Korpuskel Erscheinungsformen des gleichen Objekts sind?
 

 

Sie hätten jedem Elektron in der Atomhülle ein Vakanzelektron zugeordnet. Dessen Bewegung wäre gegenüber derjenigen des Elektrons gegenläufig. Die Raumfüllung hätte man damals schon polarisiert. Bei vielen Elektronen in der Atomhülle müßte man sich die Raumfüllungsverhältnisse zwar chaotisch vorstellen, aber, es ist auch bekannt, daß das vermeintliche Chaos im Mikrokosmos die Wurzel der makrokosmischen Ordnung ist.
 
 

Wenn Welle und Korpuskel ineinander wandelbar sind —die Welle als ,,unterwegs befindliche" Form, die Korpuskel als Speicher— so kann auch unterstellt werden, daß die elektromagnetischen Wellen solchem Wandel entspringen. Wir wissen, daß die Photonen beide Erscheinungsformen aufweisen. Sie sind sowohl korpuskelhaft, wenn auch nicht massiv, als auch Welle. Ihr Energiequant nach Plancks w = hv dürfte der jeweiligen Anregung aus der Atomstruktur heraus entsprechen. Die Einzelwellen der Photonen interferieren zu den Frequenzen, die wir im Spektrum sehen. Wenn wir die Entstehung der elektromagnetischen Wellen in dieser Weise deuten würden, wäre dies nur das wellenmechanische Gegenüber zum korpuskularen Bahnpendeln herkömmlicher Version.— Bisher haben wir so getan, als mache die Ladung mit Photonen das ganze Elektron aus. Es wäre dann unbeständig und in Wellen verstrahlbar ! Seine Masse, die für die elektromagnetische Wechselwirkung kaum eine Rolle spielt, macht es aber auch zu einer sehr beständigen Korpuskel, die als Träger der Ladung von Bedeutung ist, aber auch ohne Ladung Bestand haben könnte.
 
 

Das Atommodell würde sich bei dieser Betrachtungsweise, wie folgt, ändern:

1. Elektron und Vakanzelektron wären als eine zusammenhängende Einheit zu betrachten. Wenn in der Atomstruktur ein solches Paar fehlt, paßt der Begriff ,,Defektelektron nicht mehr. Es ist ein ,,Fehlpaar" zum Unterschied gegenüber einem Vakanzelektron als raumfüllungsnegativem ,,Loch" im Sinne der Halbleitertheorie.
 
 

2. Die Unterscheidung der Elemente durch jeweils ein Elektron in der Hülle würde nicht angetastet. Allerdings müßte man dabei korrekt von einem Elektron nebst seinem Vakanzelektron sprechen.
 
 

3. Das periodische System der Elemente bliebe voll erhalten. Allerdings würde ein Atommodell, bei dem die Elektronen den Kern nach dem Vorbild von Sonne und Planeten umlaufen, ins Naive gedrängt, wenn man den Gravitationskern des Elektrons vernachlässigt und als eigentliches Elektron nur die Photonenladung sieht. Dabei wäre die gegenwärtige Erscheinungsform, ob Korpuskel oder Welle, nicht erkennbar.
 
 

Wenn wir zu unserem Beispiel zur Hilfe 6 zurückkehren, würde deutlich, daß in der Elektrizitätslehre bei dieser Betrachtungsweise manches anschaulicher würde.
 
 

Hiernach bedürfte unser Atommodell gar keiner Revision, sondern nur einer Erweiterung in der Betrachtungsweise.
 
 


Schlußwort


 


Der treffendste Ausspruch in der leidigen Ursubstratfrage stammt von dem britischen Physiker und Philosophen Bertrand Russell (1872 - 1979). Er klagte in seinem feinen englischen Humor, man möge ihm doch von der Materie wenigstens so viel übrig lassen, daß er sich damit als Physiker beschäftigen könne.

Inzwischen sind schon wieder viele Jahre vergangen, ohne daß man das Problem lösen konnte. Möge bald jemand die rechte Eingebung dafür bekommen!